Fussball International: Schick: "Millionen in China würde ich nehmen"

In der Schweizer Fußballmeisterschaft haben die Young Boys Bern ihren Sieben-Punkte-Vorsprung auf Meister FC Basel behalten. Die Mannschaft des Vorarlberger Trainers Adi Hütter feierte am Sonntag einen 2:1-Auswärtssieg beim FC Lugano. Thorsten Schick wurde nach der Halbzeitpause eingewechselt und besorgte in der 85. Minute das 2:0.

Für Young Boys Bern läuft es in der Schweizer Liga ausgezeichnet. Thorsten Schick sieht die Erfolge seiner Kollegen aber meist nur von der Bank aus. Der ÖFB-Legionär nimmt die Situation an, überdenkt naturgemäß aber auch seine Zukunft in Bern.

In der laufenden Saison bekommt der 27-Jährige von Trainer Adi Hütter nur Kurzeinsätze. Die Gründe dafür liegen laut Schick in mehreren Faktoren. "Die Mannschaft ist zurzeit sehr erfolgreich. Für einen Trainer gibt es nichts besseres, wenn sein Team Woche für Woche gewinnt. Da muss man nicht viel verändern", sagt schick gegenüber laola1.

Schick nimmt Situation professionell

Auch der Umbruch im Sommer fiel nicht zugunsten des Steirers aus. "Durch die Riesen-Qualität im Kader kommen viele Spieler, die letzte Saison noch Stammspieler waren, heuer nicht mehr so zum Zug. Aber wir haben gemeinsame Ziele, dazu wird jeder Spieler benötigt. Ich fühle mich als Teil der Mannschaft und hundertprozentiges Kadermitglied", gibt sich Schick professionell: "Es gibt in der Karriere manchmal Situationen, wo man sich anpassen muss. In so einer befinde ich mich gerade. So etwas ist natürlich leichter zu verkraften, wenn man erfolgreich ist. Das Wichtigste ist, dass die Stimmung in der Mannschaft gut bleibt."

Da sein Vertrag im Sommer ausläuft, steht der Flügelspieler vor einer ungewissen Zukunft. Eine Option, wonach sich sein Kontrakt ab einer bestimmten Anzahl von Einsätzen automatisch verlängert, gibt es laut Schick nicht. Der Austausch mit Sportdirektor und Trainer stimmt aber und soll im Winter intensiviert werden.

"Will Teil zur Geschichte beitragen"

"Ich gebe mich natürlich nicht damit zufrieden, nur dabei zu sein und den Erfolgslauf von der Bank mitzubekommen. Ich will auch spielen und Leistung bringen. Wie es dann im Sommer aussieht wird, sich noch zeigen. Das ist jetzt noch nicht so wichtig. Jetzt geht es nur darum, die letzten Spiele vor der Winterpause erfolgreich über die Runden zu bringen", hofft Schick, dass er in der Winterpause bezüglich seiner Zukunft mehr weiß.

Grundsätzlich wolle er seinen Vertrag aber erfüllen und nicht das Weite suchen: "Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir in dieser Saison Geschichte schreiben. Außerdem ist es für die Karriere nicht so schlecht, wenn man auf seiner Visitenkarte Schweizer Meister oder Schweizer Cupsieger stehen hat. Bis zum Sommer muss man eine Lösung finden, die für alle Seiten passt. Wenn ich dann einen Verein finde, wo ich vielleicht mehr Spielzeit bekomme, dann ist das so."

China oder Sturm - alles ist möglich

Eine Rückkehr nach Österreich schließt er dennoch nicht aus. Eine der ersten Anlaufstellen in der Bundesliga wäre dabei natürlich sein Heimatklub Sturm. "Ich bin seit meinem fünften Lebensjahr Sturm-Fan, an dem hat sich nichts geändert - sowas bekommt man nicht raus. Ich wohne noch immer Graz, werde auch immer in Graz leben, deswegen ist eine Rückkehr zu Sturm immer vorstellbar - aber zurzeit habe ich keinen Kopf für andere Vereine. Jetzt gibt es nur hundert Prozent YB, am Ende der Saison werden wir sehen was rausschaut", sagt Schick, der sich alle Optionen offen halten will:

"Ich schließe aber kein Land aus, präferiere keine Liga. Millionen in China würde ich auch nehmen. Man muss immer alles abwägen, man muss sich immer alles anhören. Aber ich habe jetzt eine Familie mit einer kleinen Tochter, da überlegt man schon zwei Mal bevor man wo hin wechselt. Das soll aber kein Bewerbungsschreiben sein, ich bin glücklich in Bern, habe gute Gespräche mit dem Verein, es ist alles in Ordnung wie es ist."

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