Für dieses Produkt schämt sich der Ikea-Designchef

Nicht alle Produkte, die Ikea auf den Markt bringt, werden auch zum Erfolg. Davon kann Chef-Designer Marcus Engman ein Lied singen. (Bild: ddp)

Als Vorsitzender der Design-Abteilung gehören neue Konzepte und visionäre Ideen zum Alltagsgeschäft von Marcus Engman. Doch er ist nicht auf alle Möbelstücke des Unternehmens stolz.

Es kostet ihn ohne Gebrauchsanweisung nicht mal 15 Minuten, um ein Billy-Regal von Ikea aufzubauen, schon sein Vater arbeitete bei dem Möbelgiganten – er hat das Sofa „Klippan“ entworfen. Marcus Engman ist sozusagen mit Ikea aufgewachsen und möchte das Unternehmen heute mit seinen Ideen und Visionen weiter vorantreiben. Jedes Jahr entwickelt seine Abteilung 2000 neue Produkte – das dabei nicht immer nur Meisterleistungen herauskommen, versteht sich fast schon von selbst.

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In einem Interview beichtete Engman nun seine größte Blamage: Ikea Air, das aufblasbare Sofa. „Niemand wollte die Dinger kaufen: Sie waren Staubfänger und optisch … sie wurden bei uns mit geschwollenen Nilpferden verglichen“, so der Chef der Design-Abteilung zum „Tagesspiegel“. Sie hätten sich durchs Zimmer bewegt und seien freitags flacher als montags gewesen. „Außerdem machten sie unangenehme Geräusche, wenn man sich auf ihnen niederließ.“ Den Misserfolg wollte sich Engman nicht eingestehen und so wurden Jahre später die Ventile und das Plastik verbessert und Ikea Air kam erneut für Kinder auf den Markt. „Es half nichts, die Teile wurden zu schnell wieder flach.“

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Auch wenn sich Engman heute für diese Entwicklung schämt, sagt er: „Wenn man eine gute Idee haben will, muss man mit vielen Ideen anfangen. Wir nennen es ‘Spaß-Trichter’. Jeder haut seine noch so abstruse Vorstellung raus, dann diskutieren wir, welche es eine Runde weiter schafft.“ Jede Woche sterbe eine Idee, die er gerne verwirklicht gesehen hätte. „Nur etwa zehn Prozent schaffen es in unser Angebot.“

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