Fünf Fragen die nach Harry und Meghans Interview mit Oprah weiterhin unbeantwortet sind

Style International Redaktion
·Lesedauer: 7 Min.

Es sind zwei Wochen vergangen, seit Prinz Harry und Meghan Markle Oprah Winfrey ihre Herzen öffneten, um ihre Seite der Geschichte ihrer Zeit als Senior Royals zu erzählen.

Das Interview wurde in den USA gedreht und am 7. März ausgestrahlt. Foto: CBS
Das Interview wurde in den USA gedreht und am 7. März ausgestrahlt. Foto: CBS

Von Berichten, dass man den Kontakt zu ihnen abgebrochen und ihnen Unterstützung verweigert habe, als sie sie am nötigsten brauchten, bis zu angeblichen rassistischen Bemerkungen, die über ihr ungeborenes Kind gemacht wurden – sie nutzten das Interview, um die Königsfamilie gleich mehrfach anzugreifen.

Vieles von dem, was sie erzählten, warf Fragen auf und einige davon blieben bisher unbeantwortet. An dieser Stelle wirft Yahoo einen Blick auf die Dinge, die wir immer noch nicht wissen.

1. Von wem stammt die rassistische Bemerkung darüber, wie dunkel die Haut ihres Babys ausfallen würde?

Der Palast veröffentlichte im Auftrag der Queen eine Stellungnahme als Reaktion auf das Interview und erwähnte hierin auch, dass die Behauptung besorgniserregend sei. Trotzdem wissen wir zwei Wochen später immer noch nicht mehr darüber, von wem der Kommentar gemacht wurde.

Es ist dazu weiterhin unklar, in welchem Zusammenhang und wann genau die Bemerkung fiel.

Meghan sprach das Thema erstmals an, als sie sich allein mit Winfrey unterhielt. Sie schien dabei anzudeuten, dass Gespräche über Archies Hautfarbe zur selben Zeit stattfanden wie Gespräche über seine Sicherheit und seinen Titel.

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Als Oprah allerdings Harry dazu befragte, gab dieser an, es sei lediglich ein einziges Gespräch gewesen und dieses habe stattgefunden bevor er und Meghan heirateten.

Er bat Oprah nach dem Interview deutlich zu sagen, dass die Kommentare nicht von der Queen oder Prinz Philip stammten.

Sie sagten dann, es sei ein Familienmitglied gewesen, welches die Bemerkung gemacht hatte, und dass diese für Harry "unangenehm" gewesen sei.

Harry und Meghan sagten nicht, von wem die Bemerkung stammte und es ist nicht klar, wann genau sie gemacht wurde. Foto: Getty
Harry und Meghan sagten nicht, von wem die Bemerkung stammte und es ist nicht klar, wann genau sie gemacht wurde. Foto: Getty

Indem sie verschwiegen, um welches Familienmitglied es sich handelte, lösten die Beiden eine wahre Jagd darauf aus, wer was wann gesagt haben soll.

Prinz William nahm bei seinem ersten öffentlichen Termin nach dem Interview seine Familie in Schutz und bezeichnete sie als "ganz und gar nicht rassistisch".

Die Familie hat schon immer an Projekten gearbeitet, die multikulturelle Werte widerspiegeln. Charlies und Camilla zum Beispiel versuchen die Impfbereitschaft für die COVID-Impfung in Gemeinden zu verbessern, in denen es großen Widerstand gibt.

Die Wahrheit darüber, was passiert ist, wird vielleicht nie ans Licht kommen.

2. An wen wand sich Meghan im Palast, als sie Selbstmordgedanken hatte?

Meghan erzählte, sie habe den Palast um Hilfe gebeten, weil sie unter Selbstmordgedanken litt. Sie war damals im fünften Monat schwanger. Es ist immer noch nicht klar, wen genau sie um Hilfe bat und warum.

Meghan bezog sich diverse Male auf „The Institution“ (die Institution), womit sie wahrscheinlich nicht Familienmitglieder, sondern Assistenten und Angestellte meinte.

„Ich habe mich an die Institution gewandt und gesagt, dass ich irgendwo Hilfe bekommen muss“, sagte sie.

„Ich sagte, dass ich mich noch nie zuvor so gefühlt hatte und dass ich irgendwohin muss. Und man sagte mir, dass das nicht ginge, dass es nicht gut für die Institution sei.“

Meghan deutete dazu an, dass sie sich mit ihren Sorgen auch an „eine der höchsten Personen“ gewandt habe.

Sie erzählte: „Ich erinnere mich an das Gespräch als wäre es gestern gewesen, weil sie sagten: ‚Du hast wirklich mein vollstes Mitgefühl und ich kann sehen, wie schlecht es dir geht, aber wir können nichts tun, denn du bist keine bezahlte Angestellte der Institution.‘ Es war keine Wahl. Es waren E-Mails und Hilferufe und die sehr spezifische Aussage ‚Ich bin besorgt um mein mentales Wohlergehen.‘“

„Und die Leute meinten ‚Oh ja, ja, im Vergleich zu allen anderen ist es unverhältnismäßig grausam, was wir da sehen ‘, aber es wurde nichts unternommen. Also mussten wir selbst eine Lösung finden.“

Harry ist bereits seit Jahren in Therapie. Daher ist unklar, warum Meghan die Hilfe verweigert wurde.

Es ist nicht klar, ob Familienmitglieder jemals als „bezahlte Angestellte“ der Institution bezeichnet wurden, an wen Meghan sich wandte oder ob man ihr anderweitig hätte helfen können, da sie schließlich zur Familie gehört.

3. Was bedeutet das Interview für die Zukunft der Königsfamilie?

Es ist wahrscheinlich zu früh, um sagen zu können, wie groß der Einfluss ist, den das Interview auf den Rest der arbeitenden Royals hat und ob es ihrer Beliebtheit ernsthaft schaden wird.

Das Interview könnte einen Generationenkonflikt beschleunigt haben, der schon bald das Ende der Monarchie bedeuten könnte.

Die Königsfamilie war schon immer bei den älteren Generationen beliebter und die Queen hat bei allen Altersgruppen in Großbritannien den höchsten Beliebtheitsgrad.

Charles – ihr Sohn und Thronfolger – erfreut sich allerdings nicht derselben Popularität und das Interview wird dies weder auf kurze noch auf lange Sicht ändern. Nach Ausstrahlung des Interviews sank seine Beliebtheit sogar noch weiter.

William musste sich wegen des Interviews beim Besuch einer Londoner Schule im März  Fragen zu seiner Familie stellen. Foto: Getty
William musste sich wegen des Interviews beim Besuch einer Londoner Schule im März Fragen zu seiner Familie stellen. Foto: Getty

Statistiken von YouGov zeigten, dass die Unterstützung für die Monarchie in der Altersgruppe der 18- – 24-Jährigen von 42 Prozent im Oktober 2020 auf 37 Prozent im März 2021 fiel.

Es könnte auch die Arbeit der Royals beeinträchtigen. Wie der Geschäftsführer der politischen Organisation Republic, Graham Smith, anmerkte, hat das Interview das Potenzial, die jahrelange Arbeit der Mitglieder der königlichen Familie zunichtezumachen, insbesondere wenn es um das Thema psychische Gesundheit geht.

Die Royals und vor allem die jüngere Generation engagieren sich lautstark für das Thema psychische Probleme und das Ende ihrer Stigmatisierung.

Die Aussage Meghans, dass man ihr nicht geholfen habe, wirft daher ernste Fragen darüber auf, wie der Palast arbeitet und ob die Familie sich auch selbst an das hält, was sie anderen predigt.

4. Was ist mit den Mobbing-Vorwürfen gegen Meghan?

Wenige Tage vor Ausstrahlung des Interviews hatte eine unbekannte Mitarbeiterin des Palastes gegenüber der Zeitschrift The Times ihre Erfahrungen geschildert und behauptet, Meghan habe sie gemobbt – eine Anschuldigung, die diese abstreitet.

Der Palast reagierte darauf, indem er zusagte, der Sache nachzugehen. Die Personalabteilung habe vor, alle zu befragen, die über Zeit reden möchten, als sie für und mit den Sussexes gearbeitet haben. Mittlerweile wurde auch eine externe Anwaltsfirma eingeschaltet.

Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass ein vollständiger Bericht über die Ergebnisse an die Öffentlichkeit kommen wird, werden bestimmte Informationen im Sovereign Grant Report veröffentlicht werden.

Der Jahresbericht stellt detailliert auf, was die Königsfamilie innerhalb eines Jahres an Ausgaben hatte. Dabei werden auch Kosten für Angestellte, Reparaturarbeiten im Palast und Reisekosten aufgelistet.

Aber es gibt auch noch einen weiteren Abschnitt des Berichtes zum Thema Richtlinien am Arbeitsplatz, dem bisher wenig Beachtung geschenkt wurde.

Hier wird der Palast einige der Ergebnisse der Untersuchung teilen – was bedeutet, dass der Bericht beim nächsten Mal bestimmt ganz genau gelesen wird.

5. Kommt noch mehr?

Oprah verriet, dass ihr Interview mit dem Paar insgesamt fast dreieinhalb Stunden lang war.

Obwohl die Sendung, die am 7. März ausgestrahlt wurde, zwei Stunden lang war, beinhaltete diese Laufzeit auch Werbepausen.

Hat Oprah Winfrey, hier im Dezember 2020, noch mehr von dem Interview zu veröffentlichen? (Getty Images für Global Citizen)
Hat Oprah Winfrey, hier im Dezember 2020, noch mehr von dem Interview zu veröffentlichen? (Getty Images für Global Citizen)

Die Moderatorin teilte in den Tagen nach der Ausstrahlung ein paar zusätzliche Clips, aber es gibt definitiv noch mehr unveröffentlichtes Material.

Am Wochenende deutete die Zeitung Sunday People an, dass es ein Deal geben könnte, um die restlichen Aufnahmen in Großbritannien zu zeigen.

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Da weltweit über 49 Mio. Zuschauer die Sendung verfolgten, ist es wohl sicher, dass sich weiteres Material großer Beliebtheit erfreuen würde.

Es ist allerdings wahrscheinlich, dass Oprahs Produktionsteam die wichtigsten Aussagen, die in dem Interview fielen, bereits verwendet hat.

Rebecca Taylor

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