Schröder-Aus stürzt Mainz ins Chaos - Heidel zögert

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.

Rouven Schröder ist nicht mehr Sportvorstand des 1. FSV Mainz 05.

Der 45-Jährige hat sich am Dienstag mit dem Bundesligisten auf eine vorzeitige Beendigung des ursprünglich bis 2024 datierten Vertrages geeinigt.

SPORT1 zeigt in der zweiten Runde des DFB-Pokals das Duell zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Braunschweig am 22. Dezember ab 18 Uhr LIVE im TV und im STREAM

"Die Entscheidung, den Verein zu verlassen, ist mir nicht leicht gefallen. Mainz 05, der Verein, die Mannschaft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Stadt sind mir in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen, das legt man nicht so einfach ab. Allerdings muss ich für meine Arbeit und für meinen Einsatz zu 100 Prozent hinter dem stehen, was ich mache. Ich hatte nun das Gefühl, dass es für den Verein und für mich besser ist, den Weg frei zu machen, so dass sich Mainz 05 insgesamt neu aufstellen kann", erklärte Schröder.

Und weiter: "Das ist keine Entscheidung gegen den Verein oder einzelne Personen, aber eine Entscheidung aus meiner persönlichen Überzeugung. Wenn alle gemeinsam füreinander arbeiten wird Mainz die Klasse halten, davon bin ich fest überzeugt und nur darum geht es. Mainz 05 und allen, die mit dem Verein verbunden sind, wünsche ich für die Zukunft alles Gute. Vielen Dank für eine aufregende Zeit, aus der ich viele positive Erinnerungen und Erfahrungen mitnehme!"

Heidel wünscht sich Bedenkzeit

Schröders Entscheidung beeinflusst auch die weiteren Planungen von Mainz, denn angedacht war, dass Christian Heidel als zusätzliches Mitglied neben Stefan Hofmann, Schröder und Jan Lehmann in den FSV-Vorstand aufgenommen wird, um den Verein für die strategischen Fragen der Zukunft noch besser aufzustellen.

Für Heidel hätte ein Vorstandsposten im Bereich "Strategie" erschaffen werden sollen. Der langjährige Mainzer Macher Heidel hatte zuvor seine Bereitschaft erklärt zurückzukommen, allerdings explizit nicht "als Konkurrent zu Schröder", wie der Mainzer Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Höhne mitteilte. Heidel sei bereit gewesen mitzuarbeiten, wenn alle Organe bereit seien, seine Mitarbeit anzunehmen. Dieses Verfahren ist nach dem Schröder-Aus erstmal gestoppt. Heidel habe sich Bedenkzeit erbeten, da er nicht mehr in der ersten Reihe habe stehen wollen.

Höhne bedankte sich beim scheidenden Sportvorstand: "Rouven Schröder hat uns am Dienstagmorgen um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Der Aufsichtsrat hat diese Entscheidung mit Bedauern akzeptiert, weil wir Rouven Schröders Kompetenz und sein Fachwissen sehr gerne weiter an unseren Verein gebunden hätten. Er hat in den vergangenen Jahren unermüdlich für Mainz 05 gekämpft und wesentlich geholfen, den Verein in schwierigen Zeiten auf Kurs zu halten. Dafür gebührt ihm unser Respekt und Dank. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und werden positiv verbunden bleiben."

Zukunft von Trainer Lichte ungewiss

Schröder habe "keine Forderung nach Abfindung gestellt, es wurde keine Abfindung miteinander vereinbart, ab sofort ist der Vertrag Sportvorstand erledigt", erklärte Höhne am frühen Abend auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. "Die Transferperiode im Winter steht vor der Tür. Wir haben ihn gebeten, dass er uns noch eine Zeit lang mit Rat und Tat zur Seite steht."

Die Aufgaben Schröders übernimmt zunächst Hofmann. "Die Kontaktaufnahme zu Heidel erfolgte, um die Kräfte zu bündeln für den Klassenerhalt. Die Ereignisse haben uns überholt", räumte er ein. "Jetzt müssen wir Dinge kurzfristig auffangen, neu ordnen und strukturieren, zum 28.12. werden wir den Trainingsbetrieb aufnehmen und eine Lösung haben."

Der Klub werde nicht von heute auf morgen einen neuen Sportvorstand und Trainer präsentieren. Jetzt liege erst einmal der Fokus auf der Pokalpartie beim VfL Bochum (DFB-Pokal: VfL Bochum - 1.FSV Mainz 05, Mittwoch, 20.45 Uhr im LIVETICKER)."Ich habe mit Jan-Moritz Lichte kommuniziert", meinte Hofmann noch zur Trainerfrage. "Es ist alles offen. Wird der Trainer bleiben? Wer kommt? Das können wir nicht beantworten und das weiß auch Jan-Lichte."

Der FSV liegt mit nur sechs Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, auf den Relegationsplatz fehlen zum Jahreswechsel bereits vier Punkte. In elf Partien holte das Team unter dem Trainer-Newcomer aber nur einen Sieg und drei Unentschieden. In den jüngsten drei direkten Duellen mit Abstiegskontrahenten aus Bielefeld, Köln und Bremen setzte es drei Niederlagen.