FRWeekly-Briefing: DAX easy, Bitcoin auf Rekordkurs

Der DAX hat am Hexensabbat ins Positive gedreht und bereitet sich auf die Jahresendrallye vor. Indes profitiert das Land Hessen vom Run auf den Bitcoin.

Vergangenen Dezember startete der DAX seine Kletterpartie, die er knapp bis Ende Juli durchhalten konnte. Nach kurzer Korrektur hat er erneut den Anstieg begonnen bis ihm im November wieder die Luft ausging. Seitdem befindet sich der Blue-Chips-Index trotz weiterhin hervorragender Konjunkturdaten und -prognosen in einer Seitwärtsphase. Er pendelt beständig zwischen 12.850 und 13.250 Punkten. In der letzten Woche ging es wieder um knapp 60 Punkte bergab. Am Freitag dotierte der DAX um die 13.100er Marke.

Statistisch gesehen beginnt an diesem Montag die Zeit steigender Kurse. Aus den USA kamen in der Vorwoche positive Trendsignale. Sowohl S&P 500 als auch Dow Jones erreichten neue Rekordmarken. Die Steuerreform Trumps, auch wenn ihr Beschluss im Senat noch aussteht, sorgt für Aufwind.  Ob der DAX  von der positiven Stimmung profitiert bleibt offen.

„Für Optimismus sorgt nach wie vor der langfristig intakte Aufwärtstrend“, meint Andreas Büchler, Tradingexperte bei „Börse-Online“. Dennoch mahnt Büchler zur Vorsicht. Es sei ohne weiteres eine Korrektur bis zur 12.570 möglich.

„Nimmt der Index die positiven Tendenzen jetzt mit (wonach es vorbörslich aussieht), stellt sich das nächste Kursziel bereits auf die hartnäckige Barriere bei 13.200/13.220 Punkten“, meint die Deutsche Bank (IOB: 0H7D.IL - Nachrichten) . Wenn das passiere könnten frische Long-Signale in den Markt kommen. 

Bitcoin-Rallye hält an

Während der DAX eher besinnlich auf die Feiertage zuschreitet, fetzt der Bitcoin weiter - gewohnt volatil - durch die Finanzwelt. Vor gut 12 Monaten war er noch 790 USD wert. Am Wochenende dotierte er auf der Handelsplattform Coinmarketcap erstmals kurz über 20.000 USD. Rendite: 2400 %. Wenn Sie auf dem Weihnachtsmarkt jemandem mit Dauergrinsen begegnen – möglicherweise ein Bitcoin-Investor (London: 0NC5.L - Nachrichten) der ersten Stunde. 

Fast (Shanghai: 600391.SS - Nachrichten) exponentielle Steigung: Bitcoin bei knapp 20.000 EUR 

Quelle: Coinmarketcap, Preis in USD

Angetrieben wurde der Kurs durch den Handelsstart von Bitcoin-Futures an der Chicagoer CME Group, einem der größten Handelsplätze für Derivate. In der Vorwoche gingen an der US-Börse CBOE bereits die ersten Futures der Digitalwährung in den Handel. Für den Jahresbeginn hat eine weitere Börse den Derivatehandel anvisiert zudem plant die US-Börse Nasdaq nach Angabe von Branchenkennern ebenfalls, in das Geschäft einzusteigen. Auch in Deutschland hatte zuletzt die Eurex, Tochter und Derivateplattform der Deutschen Börse, bekannt gegeben, sich intensiv mit Terminkontrakten von Bitcoins zu befassen. 

EU verschärft die Handelsregeln

Am Freitag hatte Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, bekannt gegeben, dass man sich auf eine Verschärfung der Regeln für den Bitcoinhandel geeinigt habe. 

Die neuen Beschlüsse sehen vor, dass die Geldwäscherichtlinie auf Anbieter und Betreiber von elektronischen Geldbörsen und Handelsplätze virtueller Währungen ausgeweitet werden. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) bedeutet, dass künftig auch die Identität der Besitzer von Wallets, der Software (IOB: 0NJS.IL - Nachrichten) , die für Transaktionen des Bitcoin nötig ist, offengelegt werden muss. Zudem sollen Anbieter die Nutzerdaten erfassen und zentral speichern. Auf diese Weise erhoffen sich die EU-Parlamentarier mehr Transparenz.

Land Hessen will nicht spekulieren

Probleme mit der Transparenz hat das Land Hessen nicht, zocken will es anscheinend auch nicht. Bei einer Razzia im Jahr 2014 hatten die Landesbehörden 126 Bitcoins im Wert von damals rund 50.000 EUR beschlagnahmt. Die Bitcoins sollen jetzt zum Verkauf angeboten werden. Ein schönes Geschenk für die hessischen Bürger. Bei heutigem Kurswert haben die Bitcoins einen Handelswert von gut 1,9 Mio. EUR.

(DW)