FRWeekly-Briefing: Bullen dominieren den DAX

 

Gestützt durch Mario Draghis Festhalten an der lockeren Geldpolitik, geht der DAX neuen Höchstständen entgegen. Ende der Rally nicht in Sicht.

Die Stimmung an den Börsen ist weiterhin goldig. In der letzten Woche konnte sich der DAX stabil über der 13.200er Marke etablieren. Mit einem ordentlichen Schuss Selbstvertrauen durch den geldpolitischen Entscheid der EZB ausgestattet, notierte der deutsche Leitindex zum Wochenschluss bei 13.249 Punkten. Am heutigen Montag lag er nach Handelsauftakt  (10.30 MEZ) knapp ein Prozent darüber. 

Bullen bleiben im DAX dominierend

Nach Ansicht der DZ Bank wird der DAX weiter steigen. Aus charttechnischer Sicht habe das Börsenbarometer weiteres Aufwärtspotenzial bis 13.620 Punkte, kommentiert ein Experte der Bank die Marktsituation. Diesen Trend sieht auch Andreas Büchler, Gründer der Quarat Forschungsgesellschaft. Der DAX zeige derzeit ein Muster, dem in der jüngsten Vergangenheit Ende August und September jeweils Kursausbrüche gefolgt seien: „Geht es so weiter, wie bei den vergangenen Signalen, dürfen sich Anleger auf eine schöne Jahresendrally freuen“, so Büchler.

Dass der Index noch Schwungkraft nach oben hat, glauben auch die Analysten der Hessischen Landesbank. Christian Schmidt sieht in der Kursentwicklung der vergangenen  Woche ein prozyklisches Signal, das die positive Sichtweise auf den Markt untermauere. Sein Kollege Dr. Stefan Mütze macht dafür die stabile, lockere Geldpolitik der EZB verantwortlich: „Themen wie die politische Dauerkrise um Katalonien und die zuletzt stockenden Koalitionsverhandlungen in Berlin wurden eindeutig von der Geldpolitik überlagert“, so Mütze. 

Am vergangenen Donnerstag hatte EZB-Chef Draghi wie erwartet die Verlängerung des Quantitative Easing ebenso wie ein Festhalten an der bisherigen Zinspolitik verkündet. Einzig das Kaufvolumen der Anleihen werde ab Januar 2018 auf 30 Mrd. Euro zurückgefahren.  

Nach Ansicht von Ulf Kraus, Finanzmarktexperte der Helaba, profitiert der Index auch vom „deutlichen Rückgang des Euro-Dollar-Kurses auf rund 1,16“. Henry Philippson, technischer Analyst, sieht in der EZB-Entscheidung dagegen die Schattenseite für die Gemeinschaftswährung. Draghis Entscheidung habe „viel Schaden angerichtet“, sagte  er auf „godmode-trader“. Falle der Euro unter die 1,1575 USD, drohten allerdings Einbußen. 

Wirtschaft stützt

Ein schwacher Euro gilt allgemein als Stütze der Exportwirtschaft. Zum Ende des dritten Quartals präsentieren sich die Konjunkturdaten als solide Stütze der Aktienmärkte. Zwar wird in Deutschland die Inflation, nach Angaben der HSBC, mit knapp 1,8 % erneut unterhalb des anvisierten Ziels von zwei Prozent bleiben. Zudem wird, nach Einschätzung der Bayerischen Landesbank, auch das BIP-Wachstum nicht mit der Unternehmensstimmung mithalten können und nur knapp 2% gegenüber dem Vorjahr wachsen. Insgesamt seien aber sowohl die Wirtschaftsdaten im Euroraum als auch die Aussichten weiterhin stabil. Von Übersee kommen aktuell keine negativen Makrodaten. Der ISM-Einkaufsmanager-Index stieg in den USA auf ein 13-Jahres-Hoch, der Arbeitsmarkt verzeichnete, dem ADP-Beschäftigungsreport zufolge, einen Stellenaufbau von gut 192.000 Stellen. Und auch die Durchschnittslöhne kletterten, nach Angabe der Helaba, um 0,5 % gegenüber dem Vormonat. „Die Stimmung bleibt sehr gut“, konstatiert Helaba-Experte Patrick Franke.  

 

(DW)