Frugalist sein, um früh in den Ruhestand zu gehen? Pro & Contra im Überblick!

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Sparschein

Frugalist sein, um früh in den Ruhestand zu gehen? Klingt das nach einer interessanten Alternative für dich? In Kurzform lautet das Positive, dass man mit dieser Einstellung jede Menge Geld für das Alter sparen kann und sein Erwerbsleben womöglich Jahrzehnte vorher beendet. Nur um welchen Preis beziehungsweise um welches Leben nach dem Erwerbsleben zu führen?

Lass uns diese beiden Pros und Contras grundsätzlich ein wenig breiter diskutieren. Frugalist sein, um früh in den Ruhestand zu gehen, ist mit Sicherheit eine Option. Allerdings womöglich nicht für jeden unter euch.

Frugalist für den frühen Ruhestand: Es gibt positive Seiten

Wer Frugalist ist und damit seine Basis für einen frühen Ruhestand stellt, der lernt eine ganze Menge: Beispielsweise darüber, wie man jede Menge Geld sparen kann. Und sich selbst zu disziplinieren, vor allem in finanzieller Hinsicht. Budgetieren, Einsparpotenziale identifizieren, Buchführen über das Ersparte: Solche Disziplinen sind für echte Weltmeister im Sparen natürlich ein Klacks. Aber, kleiner Hinweis: Das kann auch für normale Sparer gelten. Der Vorteil ist trotzdem vorhanden.

Daneben gibt es jedoch auch noch ein paar weitere Vorteile. Wer es schafft, früh in den Ruhestand zu gehen, besitzt Zeit für seine Herzensprojekte. Viele Kritiker werfen Anhängern der FiRe-Bewegung vor, dass sie einfach nur in der Hängematte liegen wollen. Den meisten geht es jedoch eben nicht bloß darum, sondern um den Druck aus dem Erwerbsleben zu nehmen. Und sich nicht in einem 9-to-5-Job zu Tode zu arbeiten. Oder zu langweilen, beides gibt es inzwischen. Ein solch ehrbares Ziel kann grundsätzlich eine Frage des extremen Sparens rechtfertigen. Früh in den Ruhestand zu gehen benötigt eben hohe Summen und womöglich eine frugalistische Sparweise.

Weitere Vorteile könnten außerdem sein, bewusster zu konsumieren, Erlebnisse in den Vordergrund zu stellen. Aber im Wesentlichen dürfte es das Ziel sein, einfach selbstbestimmter leben zu können. Für die meisten ist das vermutlich der größte Vorteil.

Nicht alles ist immer Gold, was glänzt

Frugalist sein, um früh in den Ruhestand zu gehen, könnte jedoch auch Schattenseiten besitzen. In einer Extremform führt das manchmal dazu, dass man als extremer Sparer seine besten Jahre vergeudet. Wer in seinen 20ern beispielsweise unter Hartz-IV-Niveau lebt, nur um vielleicht mit 50 den Job an den Nagel zu hängen, der könnte seine besten Jahre vergeuden. Foolishe Sparer sollten berücksichtigen, dass nicht jeder Luxus und jedes Ideal in Geld bemessen sein sollte. Lebensqualität ist ebenfalls ein wichtiger Faktor.

Ein zweiter Aspekt ist außerdem: Wie sieht das Leben im frühen Ruhestand eines Frugalisten aus? Wenn das gesamte Leben von Verzicht und Selbstgeißelung bestimmt ist, ist das möglicherweise auch nicht der richtige Ansatz. Finanzielle Ziele sollten schließlich unser Leben unterstützen, nicht das Leben die finanziellen Ziele.

Mit diesen zwei Kritiken im Blick ist es manchmal nicht richtig, frugal zu leben, um einfach nur früh in den Ruhestand gehen zu können. Kleiner Tipp: Es gibt auch andere Wege. Beispielsweise sein Einkommen erhöhen, indem man sich für einen anderen Job entscheidet. Oder einen Job zu wählen, der einen glücklich macht. Mit beidem könnte ein früher Ruhestand entweder ebenfalls erschwinglich sein, ohne sich selbst aufzuopfern. Beziehungsweise nicht das einzige Thema, das man zwingend mit Hochdruck verfolgen muss.

Der Artikel Frugalist sein, um früh in den Ruhestand zu gehen? Pro & Contra im Überblick! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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