Froome-Team pestet gegen Legende Hinault

Christopher Froome steht vor der Tour de France unter massivem Doping-Verdacht

Das britische Radsportteam Sky hat mit Empörung auf die Forderung der französischen Radsportlegende Bernard Hinault reagiert, den viermaligen Tour-de-France-Sieger Christopher Froome von der am 7. Juli beginnenden Frankreich-Rundfahrt auszuschließen.

Das Team von Froome bezeichnete die Aussagen von Hinault als "dumm".

In einer am Donnerstag veröffentlichen Erklärung schrieb das Team Sky, es sei "enttäuschend, dass Bernard Hinault wieder sachlich falsche Kommentare über einen Fall wiederholt hat, den er eindeutig nicht versteht."

Hinault hatte den Ausschluss von Froome wegen einer positiven Dopingprobe beim Briten gefordert.

Zur Aufforderung Hinaults, die anderen Fahrer sollten die Tour boykottieren, falls Froome nicht ausgeschlossen werde, erklärte das Team Sky: "Seine Kommentare sind unverantwortlich. Chris hatte keinen positiven Test, eher einen negativen analytischen Befund für eine verschriebene Asthmamedikation."

Positiver Doping-Test bei Froome

Kurz nach seinem Vuelta-Sieg war der Brite Froome im September 2017 über einen anormalen Test auf das Asthmamittel Salbutamol informiert worden. 

Froome und sein Erfolgsteam sind seitdem um eine Entlastung des Tour-Titelverteidigers bemüht. Dass die Akte Froome noch vor dem Beginn der Tour de France geschlossen werden kann, hatte Präsident David Lappartient vom Weltverband UCI jüngst für unwahrscheinlich erklärt.

Beim Giro d'Italia im Mai war Froome (33) unter erheblicher Kritik einiger Fahrerkollegen angetreten und sicherte sich erstmals auch den Sieg bei der zweitgrößten Landesrundfahrt.

5. Titel bei Tour de France

Mit seinem fünften Tour-Sieg würde Froome mit Hinault, dessen Landsmann Jacques Anquetil und dem Spanier Miguel Indurain gleichziehen.

Häufiger hatte nur Lance Armstrong die Frankreich-Rundfahrt gewonnen. Die sieben Siege des US-Amerikaners (1999 bis 2005) wurden allerdings wegen Dopings nachträglich aberkannt.