Front National-Sprecher dementiert politisches Comeback von Maréchal-Le Pen

Maréchal-Le Pen plant angeblich kein Comeback

Ein Sprecher der rechtspopulistischen Partei Front National in Frankreich hat Comeback-Pläne der Nichte von Parteichefin Marine Le Pen dementiert. Marion Maréchal-Le Pen "kehrt nicht in die Politik zurück", versicherte FN-Sprecher Sébastien Chenu am Mittwoch. Zuvor hatte ein geplanter Auftritt Maréchal-Le Pens bei einer wichtigen Konferenz von Konservativen in den USA für Aufsehen gesorgt.

Maréchal-Le Pen habe "die Umsicht gehabt", Parteichefin Le Pen im Voraus über ihre Pläne zu informieren "und ihr zu sagen, dass sie nicht will, dass ihre persönliche und berufliche Initiative als eine Rückkehr in die Politik angesehen wird", sagte der Parteisprecher.

Maréchal-Le Pen kündigte derweil die Gründung einer Akademie für Politikwissenschaften an. Diese solle "die Führungskräfte von Morgen ausbilden", schrieb sie in der Zeitschrift "Valeurs Actuelles". Diese Schule werde "frei und unabhängig" und an keine Partei gebunden sein. Ihr Ziel sei es jedoch, "der Nährboden zu sein, in dem alle Strömungen der Rechten sich wiederfinden und aufblühen können".

Am Donnerstag soll die 28-Jährige bei der jährlichen Conservative Political Action Conference (CPAC) in Washington auftreten, einem wichtigen Treffen Konservativer. Maréchal-Le Pen soll dabei direkt nach US-Vizepräsident Mike Pence reden. Präsident Donald Trump wird am Freitag eine Rede bei der Konferenz halten.

Maréchal-Le Pen hatte sich vor neun Monaten aus der ersten Reihe der Front National zurückgezogen und dies damit begründet, mehr Zeit für ihre Familie und für die Arbeit in einem Unternehmen haben zu wollen. Die 28-Jährige stand für den wertkonservativen und identitären Flügel der Front National, ihre Tante Marine vertritt die Annäherung an gemäßigtere Wähler. Trump hatte Marine Le Pen im Wahlkampf unterstützt.