Front-National-Chefin Le Pen erhält deutlich mehr Geld

Erhält mehr Geld: FN-Chefin Marine Le Pen

Die Chefin der rechtspopulistischen Front National (FN) in Frankreich, Marine Le Pen, erhält seit Juli deutlich mehr Geld von ihrer Partei. Ihre monatlichen Bezüge sind von 3000 auf 5000 Euro gestiegen, wie aus einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erklärung der Behörde für Transparenz in der Politik hervorgeht. Das ist ein Plus von 66 Prozent.

Le Pen sagte in einem Interview mit dem Fernsehsender France 2, es handele sich dabei nicht um ein "Gehalt", sondern "um eine Entschädigung für Spesen" und "Repräsentationskosten" für die Partei. FN-Schatzmeister Wallerand de Saint Just begründete den Anstieg gegenüber der Zeitschrift "Paris Match" mit den hohen Lebenshaltungskosten in Frankreich. Le Pen erhält neben ihren Bezügen als Parteichefin auch noch Geld als Abgeordnete der französischen Nationalversammlung.

In dem Interview übte Le Pen erneut scharfe Kritik am Kurs von Präsident Emmanuel Macron. Die Pläne zur weitgehenden Abschaffung der Reichensteuer seien "zutiefst ungerecht und unanständig", betonte sie. Die Regierung greife damit die Schwächsten der Gesellschaft an.

Zugleich räumte sie ein, bei der Präsidentschaftswahl im Mai für "Enttäuschung" bei ihren Anhängern gesorgt zu haben. Sie war Macron in der zweiten Runde Anfang Mai mit 33,9 Prozent der Stimmen unterlegen, das war deutlich weniger als erhofft. "Der politische Kampf ist hart und kompliziert", sagte sie dazu France 2.

Le Pen will ihre Partei nach der Niederlage neu aufstellen. Im kommenden März ist ein FN-Kongress geplant, bei dem sie zum dritten Mal als Parteichefin kandidiert.