Friedhof : In Berlin können Muslime mit Blick gen Mekka beerdigt werden

Friedhof Lilienthalstr. in Kreuzberg. Geplantes Areal zur Bestattung von Muslimen

Als muslimischer Bestatter begleitet Isikali Karayel (43) viele Moslems bei ihrer Trauerarbeit und der Entscheidung, wo sie ihre Hinterbliebenen beisetzen lassen wollen. Der Inhaber des Neuköllner Bestattungsinstituts Markaz weiß darum, dass viele Berliner muslimischen Glaubens verstorbene Angehörige auch hier beisetzen lassen wollen. Vor allem bei türkischstämmigen Familien sei das immer häufiger die bevorzugte Option. "Gerade die junge Generation, die hier aufgewachsen ist, hat keinen so engen Bezug zu der alten Heimat der Eltern", sagt er. "Oder sie wissen, dass sie das Grab des Vaters oder der Mutter nicht so oft besuchen könnten, wenn es zum Beispiel in einem Dorf in Anatolien liegt. Sie sind hier zu Hause und möchten ihre Verwandten auch hier beisetzen."

Die Nachfrage nach Grabflächen in Berlin sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagt Karayel. Doch Bestattungsflächen, auf denen Menschen muslimischen Glaubens mit dem Blick in Richtung Mekka ihre letzte Ruhe finden können, sind in Berlin noch knapp.

Nun plant der Bezirk Neukölln aufgrund des wachsenden Bedarfs, acht Friedhofsfelder auf dem Lilienthalfriedhof für Bestattungsflächen mit einer Ausrichtung nach Mekka freizugeben. So soll im kommenden Jahr Platz für bis zu 1600 Neubestattungen entstehen. Dafür wird der Friedhofsentwicklungsplan geändert.

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"Jeder, der in Neukölln lebt, soll sich auch hier bestatten lassen können – mit der Möglichkeit, dass die Familie dem Ve...

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