Fridays for Future: Treibhausgas-Rückgang kein Grund zum Zurücklehnen

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BERLIN (dpa-AFX) - Der gesunkene Treibhausgas-Ausstoß in Deutschland im vergangenen Jahr ist aus Sicht von Fridays for Future noch lange kein Grund zu feiern. "Zwei Drittel der Emissions-Einsparungen in 2020 waren nicht mehr als zufällige Nebeneffekte der Corona-Politik", sagte die Aktivistin Luisa Neubauer am Montag der dpa mit Blick auf Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende. "Nichts an diesen Reduktionen ist nachhaltig oder Grund sich zurückzulehnen." Die Zahlen seien eine Aufforderung an die Regierung, "tatsächlich umzulenken". Es brauche in den nächsten Monaten dringend Entscheidungen, die tatsächlich vor der Klimakrise schützten.

Agora Energiewende zufolge sind die CO2-Emissionen in Deutschland 2020 um etwa 80 Millionen Tonnen auf 722 Millionen Tonnen zurückgegangen. Zwei Drittel der Minderung seien aber eine Folge der Corona-Pandemie, ohne sie hätte der Rückgang nur bei etwa 25 Millionen Tonnen gelegen. Infolge der Pandemie hat Deutschland damit sein Ziel, 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen als 1990, erreicht und sogar übertroffen, andernfalls hätte es wohl nicht gereicht.

"Es ist absurd, dass Deutschland es nur auf Grund von fast fünf Monaten Lockdown schafft, die selbstgesteckten Ziele einzuhalten", sagte Annika Rittmann von Fridays for Future Hamburg. Das 2020-Ziel sei zu niedrig gesetzt gewesen.