Freundschaften am Arbeitsplatz: Warum soziale Kontakte im Büro so wichtig sind

Einzelgänger würden von sozialen Kontakten am Arbeitsplatz in vielerlei Hinsicht profitieren. (Bild: ddp Images/altrendo images/Juice)

Freundschaften am Arbeitsplatz steigern nicht nur das subjektive Wohlbefinden, sondern auch die Produktivität – zu diesem Schluss kommt ein Artikel des US-amerikanischen Magazins „Fast Company“.

Berufliches und Privates trennen – für viele Arbeitgeber eine der Grundsätze in ihrem Leben. Dabei verbringen Arbeitnehmer im Alter zwischen 25 und 54 durchschnittlich 8,7 Stunden pro Tag am Arbeitsplatz oder bei zum Job gehörigen Aktivitäten – das zeigt die Studie „American Time Use Survey“. Arbeitnehmer identifizieren sich so sehr mit ihrem Arbeitsplatz, dass der Durchschnitts-Amerikaner sogar nur 50 Prozent seiner Urlaubstage in Anspruch nimmt. Dennoch sind Arbeitnehmer am Arbeitsplatz mehr und mehr sozial isoliert.

„Früher war die Arbeit eine große Quelle von Freundschaften. Wir nahmen unsere Familien mit zu Betriebspicknicks und luden unsere Kollegen zum Abendessen ein. Heutzutage ist die Arbeit ein Ort der Transaktion. Wir gehen ins Büro, um effizient zu sein, nicht um Kontakte zu knüpfen. Wir haben zahlreiche produktive Gespräche, aber viel weniger Beziehungen“, schreibt Adam Grant in seiner Kolumne in der „New York Times“.

Nicht nur unsere Suche nach Freundschaften am Arbeitsplatz, auch unser Umgang mit Kollegen habe sich geändert. Denn mittlerweile verzichten viele Arbeitnehmer im Umgang mit Kollegen auf freundliche Umgangsformen zugunsten der Produktivität. Dies habe mehrere Gründe: Einerseits bleiben die Menschen mittlerweile kürzer in Jobs und wechseln öfter den Arbeitsplatz, zudem trage Social Media – wo man ohnehin genug Kontakte hat – sowie die verschwimmende Grenze zwischen Privat- und Arbeitsleben dazu bei, dass sich Menschen distanzierter gegenüber Arbeitskollegen verhielten, argumentiert Lydia Dishman in einem Artikel in „Fast Company“.

Das soziale Verhalten von Arbeitskollegen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. (Bild: ddp Images/altrendo images/Juice)

Dabei profitieren Arbeitsplätze, die ein freundschaftliches Klima zwischen den Angestellten schaffen, mehrfach. Das subjektive Wohlbefinden, das durch Freundschaften entsteht, kann die Produktivität steigern – und umgerechnet fast 85.000 Euro pro Jahr an zusätzlichem Einkommen bringen, argumentiert das Onlinemagazin „Fast Company“.

Dabei brauche es keinen jahrelangen Kontakt, um Freundschaften zu schließen. Schon 45 Minuten Konversation seien ausreichend, zitiert das Magazin eine Studie. Der Tipp: Einfach den Small Talk weglassen und die Konversation auf tiefsinnigere Themen lenken, die mit dem Arbeitsplatz nichts zu tun haben.

„Arbeitsplätze, die lose Bekanntschaften in beständige Beziehungen und feste Freundschaften verwandeln, werden Kulturen und Gemeinschaften hervorbringen, die lebendig und fruchtbar sind“, so Jessica Amortegui in einem anderen „Fast Company“-Artikel. „Als Bewohner dieser Gemeinschaften werden wir noch etwas Stärkeres tun, als nur unsere Leben und Seelen in die Arbeit mitzunehmen: Wir werden sie mit Freunden teilen.“

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