Trotz Warnung: Alte Fotos von Hillary Clinton und Harvey Weinstein sorgen für Wirbel

Hillary Clinton wollte mit Weinstein eine TV-Doku über ihren misslungenen Wahlkampf drehen. (Bild: Getty Images)


Schon länger ist bekannt, dass sich die Clintons und der in Verruf geratene Filmproduzent Harvey Weinstein nahestehen. Nun wurden Fotos eines gemeinsamen Dinners aus dem Jahre 2016 veröffentlicht, die für Wirbel sorgen.

Es ist eine Freundschaft, über die sich bereits seit geraumer Zeit viele Amerikaner empören: Bill und Hillary Clinton fühlen sich seit mehr als zwei Jahrzehnten Harvey Weinstein verbunden. Nicht ohne Grund: Schließlich galt der ehemalige Filmproduzent als einer der wichtigsten Spender und Unterstützer des demokratischen Power-Paares.

Am 13. Dezember 2016, fünf Wochen nach der Wahlschlappe gegen Donald Trump, traf sich Hillary Clinton in einem New Yorker Restaurant mit Harvey Weinstein. Mit dabei: Bill Clinton, Weinsteins Ehefrau Georgina Chapman sowie der Anwalt David Boies. Von einem Nachbartisch aus wurden Fotos von der illustren Runde gemacht – die nun exklusiv in der britischen Zeitung „Daily Mail“ veröffentlicht worden sind.


„Ein vertrautes Abendessen von Hillary und Bill Clinton mit Harvey Weinstein, nur wenige Wochen nach der Wahlniederlage – das zeigt, wie nahe sich die Clintons und der als ‚Serien-Vergewaltiger’ verrufene Filmmogul standen.“

Das Treffen fand in dem italienischen Restaurant Rao‘s statt, das im New Yorker Stadtteil Harlem liegt, wo Bill Clinton ein Büro unterhält. Bereits Ende 2017, wenige Wochen nachdem Weinstein im Rahmen der #MeToo-Debatte von etlichen Frauen aus der Schauspielbranche der Vergewaltigung bezichtigt wurde, berichtete die „New York Times“ – ohne Fotos – über das Meeting in dem Restaurant.


„Hillary und Harvey Weinstein.“

Die Clintons und Weinstein befanden sich laut der Zeitung in Gesprächen über eine mögliche TV-Doku über die Präsidentschaftswahl von 2016. Besonders heikel: Zum Zeitpunkt des Treffens sollen die Clintons laut „New York Times“ bereits von den schweren Vorwürfen gegen Weinstein gewusst haben. In einer E-Mail warnte die Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham („Girls“) die Clintons: „Ich will euch wissen lassen, dass Harvey ein Vergewaltiger ist. Das wird irgendwann herauskommen.“

Weinstein zählt zu den loyalsten Unterstützern der Clintons. Im Laufe der Jahre spendete der ehemalige Filmmogul 250.000 Dollar (circa 213.000 Euro) an die Clinton Foundation und überwies einst 10.000 Dollar (etwa 8.500 Euro) an einen Rechtsfond, um Bill Clinton finanziell in der Lewinsky-Affäre zu helfen. Insgesamt belaufen sich Weinsteins Spendengelder seit dem Jahr 2000 an Politiker der demokratischen Partei laut „Business Insider“ auf über 2,3 Millionen Dollar (circa 2 Millionen Euro). Seit den öffentlichen Anschuldigungen gegen Harvey Weinstein haben Bill und Hillary Clinton sich nicht mehr mit dem geschassten Hollywood-Produzenten in der Öffentlichkeit blicken lassen.

 

Ziemlich beste Freunde: Hillary Clinton ist seit Jahrzehnten mit Harvey Weinstein befreundet. Hier sind die beiden im Jahre 1998 bei der Premiere von „Shakespeare in Love“ mit Gwyneth Paltrow zu sehen. (Bild: AP Photo)

Derzeit steht Weinstein wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in mehreren Fällen vor Gericht. Seine Anwälte in Los Angeles haben außerdem gerade beantragt, die Zivilklage der Schauspielerin Ashley Judd abzuweisen. Die 50-Jährige wirft dem ehemaligen Produzenten vor, sie im Jahr 1997 bei einem Treffen in einem Hotel im kalifornischen Beverly Hills sexuell bedrängt zu haben. Außerdem soll er anderen Filmemachern davon abgeraten haben, Judd zu besetzen. Die Verleumdungsklage sei in den Augen von Weinsteins Anwälten nicht nachvollziehbar. Vielmehr habe ihr Mandant damals alles versucht, um die Schauspielerin bei Produktionen wie „Good Will Hunting“ unterzubringen. „Er wollte ihre Karriere vorantreiben, nicht ruinieren“, heißt es in dem Antrag.

Weinsteins Filmproduktionsfirma „The Weinstein Company” wurde inzwischen für rund 247 Millionen Euro an eine texanische Kapitalgesellschaft verkauft.