US-Ermittler setzen nach Blutbad von Las Vegas auf Freundin des Todesschützen

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Marilou Danley, die Lebensgefährtin des Massenmörders von Las Vegas, beteuert ihre Ahnungslosigkeit

Die Lebensgefährtin des Massenmörders von Las Vegas hat ihre Ahnungslosigkeit beteuert. Nie sei ihr in den Sinn gekommen, dass ihr Freund "eine Gewalttat gegen irgendjemanden plante", erklärte die 62-jährige Marilou Danley

Nach dem Blutbad von Las Vegas setzen die Ermittler bei der Suche nach einem Motiv auf die Freundin des Todesschützen. Die 62-jährige Marilou Danley kehrte am Dienstagabend in die USA zurück und wurde dort von Beamten der US-Bundespolizei FBI in Empfang genommen. Die Ermittler erhoffen sich von ihr Aufklärung über die Motive des 64-jährigen Stephen Paddock, der am Sonntagabend von seinem Hotelzimmer in Las Vegas aus 58 Besucher eines Country-Festivals erschoss und hunderte verletzte.

Danley war zum Zeitpunkt der Bluttat auf den Philippinen. Die Ermittler gehen Berichten nach, wonach Paddock ihr dorthin eine Woche vor den tödlichen Schüssen in Las Vegas 100.000 Dollar (rund 85.000 Euro) überwiesen habe. Die Australierin war vor rund 20 Jahren in die USA eingewandert, um im Casinobereich zu arbeiten. Paddock war ein leidenschaftlicher Spieler und besuchte häufig Casinos.

Ermittler haben bislang keine Erkenntnisse, was den Rentner zu seiner Tat getrieben haben könnte. Es sei absolut entsetzlich und unerklärlich, wie ein Mensch eine solches Verbrechen verüben könne, sagte Sheriff Joseph Lombardo. Angesichts der umfangreichen Vorbereitungen des Täters, der an verschiedenen Orten insgesamt 47 Schusswaffen hortete, sei jedoch klar, dass er den Angriff gründlich geplant hatte.

Laut Sheriff Lombardo hatte Paddock Kameras an seiner Hoteltür sowie auf dem Flur davor installiert, so dass er sehen konnte, wer sich dem Raum näherte. Laut Lombardo schoss Paddock am Sonntagabend durch die Tür seines Hotelzimmers und traf einen Hotel-Sicherheitsmann ins Bein. Als Elitepolizisten kurze Zeit später das Zimmer stürmten, lag Paddock tot auf dem Fußboden, offenbar hatte er sich selbst erschossen.

Mehrere Medien veröffentlichten Fotos aus dem Inneren von Paddocks Zimmer. Darauf zu sehen waren auf Ständer montierte Sturmgewehre mit Zielfernrohr, Magazine mit Munition und ein Tisch, auf dem offenbar eine handgeschriebene Notiz liegt.

Sheriff Lombardo äußerte sich nicht zu den Bildern. Er bestätigte jedoch, dass der Attentäter mindestens eines seiner Schnellfeuergewehre mit einem so genannten Bump Stock in ein vollautomatisches Maschinengewehr umgebaut hatte - dadurch konnte der 64-Jährige hunderte von Schüssen pro Minute abfeuern. Insgesamt dauerte das Massaker laut Polizei zwischen neun und elf Minuten.

Am Mittwoch will US-Präsident Donald Trump nach Las Vegas reisen, um Vertreter der Sicherheitskräfte und Angehörige der Opfer zu treffen. Trump hatte den Attentäter am Dienstag als "krank" und "wahnsinnig" bezeichnet.

Während Trump erklärte, über das US-Waffenrecht werde erst später gesprochen, legte der US-Kongress ein umstrittenes Gesetzesvorhaben auf Eis. Dieses zielte darauf ab, den Kauf von Schalldämpfern für Schusswaffen zu erleichtern. Gleichzeitig sollte es erschwert werden, bestimmte Munitionstypen als "panzerbrechend" zu bezeichnen.