Mein Freund, der kaputte Roboter: Das sind die Kino-Highlights der Woche

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Der britische Animationsfilm "Ron läuft schief" erzählt von einer besonderen Freundschaft. (Bild: Disney)
Der britische Animationsfilm "Ron läuft schief" erzählt von einer besonderen Freundschaft. (Bild: Disney)

"Ron läuft schief", "Contra" und "Dear Evan Hansen": Das sind die Kino-Neustarts am 28. Oktober.

Der Mensch und die Technik - eine Liebesgeschichte? Glaubt man dem Kino, dann kann es durchaus funken zwischen Maschinen und ihren Besitzern. Joaquin Phoenix verlor einst in "Her" sein Herz an eine Computerstimme, und in der deutschen Sci-Fi-Komödie "Ich bin dein Mensch" ließ sich unlängst Maren Eggert auf eine Beziehung mit einem Robotermann ein. Um etwas ebenso Schönes wie die Liebe, nämlich um Freundschaft, geht es nun im Animationsfilm "Ron läuft schief", der von der ungewöhnlichen Beziehungen zwischen einem Schüler und seinem künstlichen Freund erzählt. "Ron läuft schief" ist eines der Kino-Highlights der Woche, zusammen mit der Tragikomödie "Contra" und dem Musicalfilm "Dear Evan Hansen".

Endlich hat Barney auch einen Roboter. Doch mit dem Kleinen stimmt etwas nicht. (Bild: Disney)
Endlich hat Barney auch einen Roboter. Doch mit dem Kleinen stimmt etwas nicht. (Bild: Disney)

Ron läuft schief

Alle haben einen, nur Barney nicht. Dabei hätte er auch so gerne einen B*Bot, einen kleinen, weißen Roboter, der ihn als besten Freund im Alltag begleitet. Als der sehnlichste Wunsch des Schülers endlich erhört wird und ihm sein Vater einen B*Bot schenkt, währt die Freude allerdings nur kurz. Denn irgendwas stimmt nicht mit dem elektronischen Freund, den Barney auf den Namen "Ron" tauft: Ron hat keine Ahnung, wer sein neuer Besitzer ist, und auch sonst ist bei der Programmierung offenbar so einiges schiefgelaufen. Aber eine Eigenschaft besitzt Ron, die ihn unterscheidet von all den anderen B*Bots dieser Welt: Er ist unglaublich loyal und würde alles dafür tun, um Barney glücklich zu machen. Und so erleben die beiden ungewöhnlichen Freunde gemeinsam die verrücktesten Abenteuer - obwohl oder gerade weil mit Ron so einiges nicht normal ist ...

"Ron läuft schief" ist der erste Film des britischen Studios Locksmith Animation, das mit seinem Debüt Pixar, DreamWorks und Co. Konkurrenz machen möchte. Im Zentrum des Films steht die Frage, was Freundschaft eigentlich bedeutet. Ist ein Freund nur dann ein guter Freund, wenn er einem selbst ähnlich ist? Oder ziehen Gegensätze sich an? Barney jedenfalls lernt im Laufe des Films, dass Freundschaft auch dann fantastisch sein kann, wenn das Gegenüber einen kleinen Dachschaden hat.

"Contra" mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle ist die Neuverfilmung eines französischen Kinoerfolgs. (Bild: 2020 Constantin Film Verleih GmbH)
"Contra" mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle ist die Neuverfilmung eines französischen Kinoerfolgs. (Bild: 2020 Constantin Film Verleih GmbH)

Contra

"In meinem Kulturkreis bedeutet Pünktlichkeit noch etwas", schimpft Prof. Dr. Richard Pohl (Christoph Maria Herbst), als die Studentin Naima Hamid (Nilam Farooq) zu spät zu seiner Jura-Vorlesung erscheint. Die fremdenfeindliche Bemerkung sorgt für Entsetzen unter den Studenten, und ein Video des Vorfalls geht schnell viral. Der Ruf von Pohls Universität ist bedroht, also zwingt Universitätspräsident Alexander Lambrecht (Ernst Stötzner) seinen Freund und Kollegen zu seinem besonderen Deal: Wenn es ihm gelingt, die Erstsemesterstudentin Naima für einen bundesweiten Debattier-Wettbewerb fit zu machen, dürften Pohls Chancen vor dem unausweichlichen Disziplinarausschuss deutlich besser stehen. Ein Deal, der weder beim Professor noch bei seiner Studentin auf Begeisterung stößt.

Regisseur Sönke Wortmann scheint ein Freund französischer Filme zu sein - und er scheint überzeugt, es mindestens genauso gut zu können wie seine Kollegen und Kolleginnen aus unserem Nachbarland. Schon 2018 verfilmte Wortmann mit "Der Vorname" einen französischen Publikumshit, und auch "Contra" basiert nun auf einer Filmvorlage auf Frankreich: "Die brillante Mademoiselle Neïla" gewann 2018 einen César und war in zwei weiteren Kategorien für den wichtigsten französischen Filmpreis nominiert.

Prof. Dr. Richard Pohl (Christoph Maria Herbst) gibt der Studentin Naima Hamid (Nilam Farooq) Rhetorik-Nachhilfe. (Bild: 2020 Constantin Film Verleih GmbH)
Prof. Dr. Richard Pohl (Christoph Maria Herbst) gibt der Studentin Naima Hamid (Nilam Farooq) Rhetorik-Nachhilfe. (Bild: 2020 Constantin Film Verleih GmbH)

Dear Evan Hansen

Evan Hansen (Ben Platt) ist ein Außenseiter, wie er im Buche steht: schüchtern, blass, unsportlich. Der Schüler traut sich kaum, mit anderen zu sprechen, und geht deshalb sogar in Therapie. Um mehr Selbstvertrauen zu fassen, gibt ihm sein Therapeut eine Aufgabe: Evan soll Briefe an sich selbst schreiben - über all die kleinen, schönen Dinge, die ihm im Alltag widerfahren. Einer dieser Briefe gelangt in die Hände von Connor (Colton Ryan), der wenige Tage später Selbstmord begeht. Connors Eltern sind überzeugt: Evan war der einzige Freund, den ihr Sohn an der Schule hatte. Auf Wunsch von Connors Schwester (Amy Adams) spielt Evan das Spiel mit - und gibt sich als bester Freund seines toten Mitschülers aus.

"Dear Evan Hansen" basiert auf dem gleichnamigen Musical, das seit 2016 erfolgreich am Broadway läuft und mit sechs Tony Awards ausgezeichnet wurde. Für die Filmversion arbeitete der Autor Steven Levenson seine Bühnenfassung zu einem Drehbuch um, das ebenso auf viel Musik setzt. In den USA erhielt "Dear Evan Hansen" dennoch eher gemischte Kritiken und enttäuschte an den Kinokassen.

Der Film "Dear Evan Hansen" basiert auf dem gleichnamigen Broadway-Erfolg. (Bild: 2021 Universal Studios. All Rights Reserved.)
Der Film "Dear Evan Hansen" basiert auf dem gleichnamigen Broadway-Erfolg. (Bild: 2021 Universal Studios. All Rights Reserved.)
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