Wieder Psycho-Drama beim Darts - sogar der Gegner hilft

Berry van Peer konnte seine Tränen auch am Montag nicht zurückhalten - dieses Mal allerdings aus Freude

Bewegende Szenen am dritten Tag des Grand Slam of Darts (täglich LIVE auf SPORT1) in Wolverhampton.

In einem Herzschlagfinale behielt Berry van Peer mit 5:4 gegen Cameron Menzies die Oberhand und beendete das Spiel mit einer Doppel-Zehn. Danach brachen alle Dämme, der Niederländer zog ins Achtelfinale ein und es flossen die Glückstränen. (Der Spielplan in der Übersicht)

"Es fühlt sich an wie in einem Traum, ich kann mich nur für den Support bedanken", sagte van Peer, auf dessen Telefon am Sonntagabend zahlreiche aufbauende Nachrichten eingingen.

Noch am Vorabend war an Freudentränen nämlich kaum zu denken, van Peer war während seiner Partie gegen Gary Anderson völlig aufgelöst, da seine Pfeile partout nicht seine Hand verlassen wollten. Das seltene Phänomen Dartitis war verantwortlich für seine Blockade.


Van Peer überwindet sein Trauma

Der 21-jährige Niederländer scheint aber erfolgreich an der Bewältigung seines Traumas gearbeitet zu haben. Bis zum sechsten Leg bei eigener Führung von 4:2 hatte van Peer überhaupt keine Probleme.

Als es allerdings in die Crunch-Time ging - van Peer hatte sogar zwei Matchdarts - ließ sich der Niederländer wieder etwas mehr Zeit mit der Ausführung, kurzzeitig schien die Nervosität wieder Überhand zu gewinnen. 


Sein fairer Kontrahent Menzies baute den Niederländer aber immer wieder auf, umarmte ihn sogar und sprach ihm Mut zu.

Auch Menzies konnte seine Emotionen nur schwer zurückhalten, verpasste er doch gleich mehrmals die Riesenchance vorzeitig das Match zu beenden und ins Achtelfinale einzuziehen, in dem nun van Peer steht.

"Snakebite" bleibt cool

Beim Duell zwischen Peter "Snakebite" Wright und Alan Norris ging es ebenfalls um alles, der Gewinner konnte sich sein Achtelfinal-Ticket buchen.

Die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts, es ging mit 4:4 ins entscheidende Leg, in dem Wright schlussendlich die Nerven behielt und Norris' Fehler eiskalt ausnutzte.

Neben Wright erreichte auch Glen Durrant trotz seiner Niederlage gegen Corey Cadby die K.o-Runde.


Chisnall muss bis zuletzt zittern

Eine knappe Kiste war auch in Gruppe F geboten.

Dave Chisnall verlor zwar das Duell gegen Jeffrey de Zwaan (4:5) , durch den Erfolg von Kumpel Stephen Bunting konnte der Brite schlußendlich doch noch die nächste Runde erreichen.

Suljovic behält weiße Weste

Auch der Österreicher Mensur Suljovic qualifizierte sich für die nächste Runde und behielt in einem knappen Match gegen James Wilson seine weiße Weste.

Durch den Erfolg des 45-Jährigen darf sich auch Michael Smith freuen, der sein Match zuvor ebenfalls gewann und bis zum Erfolg von Suljovic wegen der Gruppenkonstellation um das Weiterkommen zittern musste.

Zuvor gelang Weltmeister Gary Anderson ein klarer 5:2-Erfolg gegen den Australier Simon Whitlock.


Whitlock hatte allerdings bereits vor der Partie nach zwei Niederlagen keine Chance mehr, die K.o.-Runde zu erreichen.

Anderson ist damit in der Gruppe H der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen, der Weltmeister zog souverän ins Achtelfinale ein. 

Die Ergebnisse im Überblick

Simon Whitlock - Gary Anderson 2:5 (H)
Berry van Peer - Cameron Menzies 5:4 (H)
Corey Cadby - Glen Durrant 5:4 (E)
Peter Wright - Alan Norris 5:4 (E)
Michael Smith - Mark McGeeney 5:4 (G)
James Wilson - Mensur Suljovic 4:5 (G)
Jeffrey de Zwaan - Dave Chisnall 5:4 (F)
Stephen Bunting - Scott Mitchell 5:4 (F)