Fresenius-Tochter FMC kauft zu – Aktie an letzter Hürde vor dem Allzeithoch

Marion Schlegel
1 / 2
Fresenius-Tochter FMC kauft zu – Aktie an letzter Hürde vor dem Allzeithoch

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) steigt bei der US-Firma Humacyte ein. Patienten mit Nierenschwäche könnten somit künftig reibungsloser behandelt werden, wie FMC am Montag in Bad Homburg mitteilte. Das von Humacyte entwickelte menschliche azelluläre Blutgefäß HUMACYL soll einer möglichst großen Zahl von Patienten weltweit zugänglich gemacht werden. HUMACYL wird derzeit für den Einsatz als vaskulärer Gefäßzugang bei Hämodialyse-Patienten getestet und könnte sich als wirksamer erweisen als herkömmliche synthetische Transplantate und Fisteln, so FMC weiter. Im Rahmen der Vereinbarung erhält FMC nach der Zulassung die weltweiten Exklusivrechte zur Vermarktung von HUMACYL. Zudem erwirbt Fresenius Medical Care für 150 Millionen Dollar eine 19-prozentige Beteiligung an Humacyte. Die Investition ermöglicht Fresenius Medical Care, nach der Produktzulassung bedeutende klinische Innovationen in Form von Humacytes biotechnologisch hergestellten menschlichen azellulären Gefäßen Patienten mit chronischem Nierenversagen weltweit zur Verfügung zu stellen. Die Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen und soll voraussichtlich im Juli 2018 abgeschlossen werden.

„Die Partnerschaft mit Humacyte bietet uns die Möglichkeit, Dialysepatienten künftig einen effektiveren und sichereren Gefäßzugang anzubieten, einschließlich einer kürzeren Kontaktzeit des Katheters“, so Dr. Franklin Maddux, Chief Medical Officer von Fresenius Medical Care Nordamerika. „Indem wir unseren Patienten diese innovative Technologie weltweit zugänglich machen, verschaffen wir sowohl den Patienten als auch den Gesundheitssystemen erhebliche Vorteile. Denn wir erwarten weniger Komplikationen, Infektionen und Eingriffe als bei synthetischen Transplantaten. Das schont die Patienten und in der Folge auch die Budgets der Gesundheitssysteme.“

Auf die Aktie von FMC hat die kleine Übernahme indes wenig Auswirkung. Der Titel befindet sich leicht im Minus. Unterstützung erhält die Aktie von der 200-Tage-Linie, nach oben wartet eine wichtige Marke bei 88,78 Euro. Knapp darüber verläuft außerdem das 2017er-Hoch. Gelingt der Sprung darüber, dürfte relativ rasch das bisherige Rekordhoch bei 93,82 Euro, das im Februar dieses Jahres markiert wurde, in den Fokus rücken. Anleger lassen ihre Gewinne mit einem Stopp bei 69 Euro weiter laufen.