Fresenius: Übernahme auf der Zielgeraden – Aktie vor neuen Hochs?

Marion Schlegel
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Fresenius: DAX-Erfolgsgarant massiv unter Beschuss – und jetzt?

Der DAX-Top-Performer Fresenius ist bei der geplanten Übernahme des US-Pharmakonzerns Akorn auf die Zielgerade eingebogen. Die Aktionäre von Akorn haben den Weg frei gemacht für die im April angekündigte Übernahme durch Fresenius Kabi: Auf einer Aktionärsversammlung am Mittwoch stimmte eine große Mehrheit von 83,9 Prozent der ausstehenden beziehungsweise 99,7 Prozent der dort vertretenen Aktien für das vom Akorn-Management empfohlene Angebot. Damit ist wie erwartet eine wichtige Voraussetzung für den vollständigen Erwerb des Unternehmens durch Fresenius Kabi erfüllt worden. Die Übernahme steht nun noch unter dem Vorbehalt der üblichen Vollzugsbedingungen und der behördlichen Genehmigung einschließlich der US-Fusionskontrollfreigabe, so Fresenius. Bis spätestens Anfang 2018 soll Akorn zu Fresenius Kabi gehören und insbesondere das Produktangebot im Bereich der flüssigen Generika weiter stärken. Fresenius Kabi bietet 34 Dollar je Akorn-Aktie und damit einen Kaufpreis von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar – zuzüglich der Übernahme von Netto-Finanzverbindlichkeiten von 450 Millionen Dollar.

Zudem hat Fresenius Kabi vor Kurzem eine weitere Übernahme bekannt gegeben. Mit der Akquisition der Biosimilars-Sparte der Merck KGaA hat sich Fresenius den Einstieg in einen hochinteressanten Markt gesichert. Fresenius betritt hiermit einen neuen Milliardenmarkt. Experten gehen davon aus, dass das weltweite Marktpotenzial für Biosimiliars allein bis 2020 bereits knapp 250 Milliarden Euro erreichen wird. Biosimilars sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln. Die Akquisition umfasst die vollständige Produktpipeline mit Schwerpunkt auf Krebs- und Autoimmunerkrankungen.

DER AKTIONÄR bestätigt seine Kaufempfehlung für die Aktie von Fresenius. Langfristig dürfte das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen und die Aktie den DAX weiter outperformen können. Wichtige Unterstützung bietet die 200-Tage-Linie, die derzeit bei knapp 74 Euro verläuft.