Fremdkörper Flick bei Hoffenheim vor dem Aus

Reinhard Franke

Bei der TSG Hoffenheim läuft es gerade alles andere als rund.

Der letztjährige Champions-League-Qualifikant ist das schlechteste Team der Rückrunde und 2018 noch ohne Sieg.

Und jetzt tobt hinter den Kulissen auch noch ein Machtkampf. 

Ein Insider bestätigte SPORT1 einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung, wonach sich Geschäftsführer Hansi Flick und Klub-Mäzen Dietmar Hopp überworfen haben.

Hopp dementiert

Mediendirektor Christian Frommert, Direktor Profi-Fußball Alexander Rosen und Geschäftsführer Dr. Peter Görlich sollen sich gegen Flick verbündet haben.

Allerdings dementierte Hopp die Meldung: "Das entbehrt jeder Grundlage."

Und auch der Verein will auf Anfrage nichts von einem Zerwürfnis wissen.

"Richtig ist, dass Hansi Flick derzeit im Urlaub weilt. Ansonsten wissen wir hier weder etwas von einer Auseinandersetzung, noch von irgendwelchen Strukturvorschlägen, über die es Diskussionen gegeben haben soll", erklärte Pressechef Holger Kliem.

Flicks Kritik kommt nicht gut an

Doch nach SPORT1-Informationen soll es in der vergangenen Woche bei einem Gespräch zwischen Hopp und Flick mächtig gekracht haben. Der frühere Co-Trainer von Joachim Löw und spätere DFB-Sportdirektor steht tatsächlich vor dem Aus.


Der 52-Jährige, der erst am 1. Juli 2017 als Geschäftsführer Sport vorgestellt und mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet worden war, wollte einiges im Klub ändern. Er kritisierte Frommert und den Führungsstil - und damit auch indirekt Hopp. Das kam gar nicht gut an. 

Frommert spielt in dem Machtkampf eine wichtige Rolle. Der 51-Jährige hat seit Jahren den engsten Draht zu Hopp und soll angeblich schon maßgeblich am Aus von Ex-Geschäftsführer Peter Rettig beteiligt gewesen sein.


"Ärmste Sau im Verein"

Flick könnte der nächste sein, der den Verein verlassen muss, meint der Insider zu SPORT1: "Flick ist die ärmste Sau im Verein. Er schwimmt rum und weiß nicht, was zu tun ist."

Er sei nur ein "Fremdkörper" im Klub.

Welche Rolle Görlich und Rosen in der Auseinandersetzung mit Flick spielen, ist nicht ganz klar.

Rosen ist ein enger Vertrauter von Trainer Julian Nagelsmann. 2016 stand Rosen bereits vor dem Aus. Doch dann kam Nagelsmann und forderte, dass Rosen bleiben soll. Im Juni 2017 wurde der Vertrag von Rosen sogar bis 2020 verlängert. Auch Rosen und Görlich können gut miteinander.  

Entscheidend ist bei der TSG so oder so Vereinsboss Hopp. Der milliardenschwere Mäzen hat sich in den zurückliegenden Jahren zwar zurückgezogen, doch in den wichtigen Entscheidungen am Ende besitzt er nach wie vor fast immer das letzte Wort.

Bekommt nun Flick seinen Groll zu spüren?

"Hoffenheim muss aufpassen"

"In Hoffenheim machen sie sich gerade alles kaputt, was sie sich in den vergangenen Jahren aufgebaut haben", meint der Insider. 

Auch ehemalige Hoffenheimer hatten sich in den vergangenen Wochen kritisch über die Entwicklung bei ihrem Ex-Klub geäußert.

So hatte Tobias Weis, der 2008 mit der TSG Herbstmeister wurde, im SPORT1-Interview gesagt: "Ich mache mir jetzt keine großen Sorgen, aber in Hoffenheim ist es gerade eine merkwürdige Situation und man muss aufpassen."

Auch Flick muss offenbar aufpassen. Sobald er aus dem Urlaub zurück ist, dürfte sein erster Weg jedenfalls der in Hopps Büro sein...