"Fremdenhass": Schüsse auf Afrikaner in Italien

In Italien gehen die Behörden einen Tag nach dem Angriff auf sechs Afrikanerinnen und Afrikaner von Fremdenhass als Motiv aus. Der Schütze hatte in Macerata in den Marken von einem Auto aus auf die Migrantinnen und Migranten geschossen und die Stadt zwei Stunden lang in Angst und Schrecken versetzt. Der Verdächtige hatte sich bei seiner Verhaftung in eine italienische Flagge gehüllt. Laut Polizei gestand er die Tat und zeigt keine Reue. 

Innenminister Marco Minniti erklärte, das Einzige, was die Verletzten miteinander verbinde, sei ihre Hautfarbe. Zum Täter sagte er: "Er kommt aus dem rechtsextremen Milieu. Es gibt ganz eindeutige Referenzen zu Faschismus und Nationalsozialismus."

In der Wohnung des Verdächtigen wurde unter anderem ein Exemplar von "Mein Kampf" sichergestellt. Einen Monat vor der Parlamentswahl in Italien beschäftigt der Fall auch die Politik. Der mutmaßliche Schütze soll auch auf den Sitz der sozialdemokratischen Regierungspartei geschossen haben.

Er ist ein ehemaliger Kandidat der rechtspopulistischen Lega Nord. Deren Parteichef machte die Einwanderungspolitik der Regierung für den Vorfall verantwortlich, diese führe zu Chaos und Wut. 

Ministerpräsident Paolo Gentiloni zeigte sich unnachgiebig: "Ich habe Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der politischen Kräfte. Der Staat wird hart gegen jeden vorgehen, der eine Spirale der Gewalt lostreten will."

Die Opfer des Anschlags stammen aus Gambia, Nigeria, Ghana und Mali. Ihre Verletzungen sind nicht lebensgefährlich.