Freizeit: Jagende Hundemeuten im Grüngürtel

Einmal im Jahr veranstaltet der Kölner Jagd- und Fahrverein seine traditionelle...

Hundegebell am Adenauerweiher. Spaziergänger bleiben stehen. Radfahrer steigen vom Rad. Eine Meute von 20 englischen Foxhounds hetzt durch den Grüngürtel. Dahinter die "Equipage", die berittene Begleitung, ihr folgen 40 Jagdreiter in rasantem Galopp. Es ist Jagdzeit, Schleppjagd mitten in der Stadt. Einmal im Jahr, immer am dritten Wochenende im September, wiederholt sich das Bild der jagenden Hundemeute durch den Äußeren Kölner Grüngürtel. Mit Genehmigung der Stadt veranstaltet der Kölner Reit- und Fahrverein dann seine traditionelle Schleppjagd. In diesem Jahr zum 61. Mal.

"Schleppjagden verlaufen unblutig", beruhigt Yvette Weiermann-Herzgen vom Orga-Team des Vereins. "Bei dieser Form der Jagd geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um das gemeinsame Erleben mit Freunden, Hunden und Pferden in der Natur", sagt sie. Es werde kein Wild gejagt. "Das ist in Deutschland nicht erlaubt." Stattdessen folgen die Hunde einer zuvor von Reitern gelegten Duftspur, der Schleppe. Dabei tropft aus einem am Sattel befestigten Kanister des Fährtenlegers eine Flüssigkeit auf den Boden. "Wir verwenden eine Heringslake", sagt Weiermann-Herzgen. Ein Duft, der sonst im Wald nicht vorkommt. "So können die Hunde nicht von einer anderen Fährte abgelenkt werden", erklärt sie.

Auch in diesem Jahr stellte der Cappenberger Schleppjagdverein wieder seine Hundemeute von English Foxhounds zur Verfügung. Stephan Geldsetzer, Vereinsvorsitzender und Führer des Hunderudels, begrüßte zu Beginn des rund vierstündigen Ausritts neben den 40 Reitern aus ganz Deutschland auch die Besucher, die sich zum Jagdspektakel auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins an der Aachener Straße in Höhe des Rhein Energiestadions eingefunden hatten.

Mit den Worten: "Ist sie nicht hübsch?" stellte Geldsetzer den Gästen außerdem die diesjährige "Jagdherrin", Bärbel Stolz vom Kölner Reit- und Fahrverein, vor. Sie hat in dieser Funktion die Oberaufsicht über den gemeinsamen Jagdausritt. Anlässlich des Todes von Vereinsmitglied Dieter Weiermann vor einigen Wochen, rief Geldsetzer anschließend die Reiter zu einer Schweigeminute auf. "Sein Herz schlug ein Leben lang für den Verein", sagte Tochter Yvette Weiermann-Herzgen am Rande der Veranstaltung. Damit für Mensch und Tier die Schleppjagd quer durch die Kölner Botanik nicht zur Tortur wird, haben die Veranstalter nach rund zwei Dritteln der etwa 22 Kilometer langen Strecke einen Stopp eingeplant. Dort gibt es für die Reiter Erfrischungen in 0,2 Liter-Gläsern und zur Stärkung etwas zu essen. Die Pferde werden von Jugendlichen des Vereins betreut.

"Sie sind durch den Galopp auf der Strecke geschwitzt und können nicht einfach abgestellt werden", sagt Jugendsprecherin Katja Koppers. Ihr zur Seite standen außerdem rund 15 Jugendliche, die beim Stopp die Pferde weiterbewegten, zuvor den Parcours markierten und vor allem für Sicherheit an der Strecke sorgten. Nach der Stärkung bewegte sich die Jagdgesellschaft dann wieder mit Hund und Pferd zurück zum Ausgangspunkt Richtung Aachener Straße, wo schon acht Bläser des Krefelder Parforcehorn Corps zum abschließenden Halali bereitstanden. Bei dieser Form der Jagd gehe es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um das gemeinsame Erleben mit Freunden, Hunden und Pferden in der Natur, sagt Yvette Weiermann-Herzgen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta