Freixenet bestätigt Verhandlungen mit Henkell


Langwierige Verhandlungen über den Einstieg des deutschen Anbieters Henkell beim spanischen Sekthersteller Freixenet nähern sich der Schlussphase. Bis Anfang Oktober soll der Familienrat der Freixenet-Eigentümerfamilien tagen, um den Einstieg des deutschen Konkurrenten abzusegnen. Eine Freixenet-Sprecherin bestätigte der WirtschaftsWoche die Verhandlungen.

Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass zwei der drei Familienzweige entschlossen seien, ihre Anteile von insgesamt 58 Prozent zu verkaufen. Der dritte Clan um den Ex-Vorstandschef Pedro Ferrer will sich demnach zwar nicht von seinen 42 Prozent trennen, hat es aber offenbar nicht geschafft, bei den Banken Kredite zur Auszahlung der anderen Familienzweige zu bekommen.

Der Wert des Unternehmens wird auf insgesamt rund 550 Millionen Euro geschätzt. Ausschlaggebend für die Trennungsabsichten der Familien Hevia und Bonet sind die sinkenden Absätze der spanischen Cava-Marke. Deshalb wurden in den vergangenen beiden Jahren keine Dividenden mehr ausbezahlt, auf die einige Familienmitglieder aber angewiesen sind. Henkell könnte seine Position vor allem in Deutschland mit dem Einstieg kräftig ausbauen. Rund 75 Prozent des Umsatzes macht Freixenet im Export, davon etwa 30 Prozent im wichtigsten Auslandsmarkt Deutschland.