Freiwillige Helfer: Oberbürgermeisterin Henriette Reker verteilt erste Ehrenamtskarten

Die Anträge sind seit Anfang Juli möglich.

Wer sich für andere einsetzt, darf sich auch ein bisschen belohnen lassen. Seit dem 1. Juli können ehrenamtlich Tätige in Köln die Ehrenamtskarte beantragen, mit der sie unter anderem ermäßigten Eintritt in viele kulturelle Einrichtungen erhalten. Damit möchte die Stadt das Engagement der freiwilligen Helfer würdigen.

Wer sich seit einem Jahr mehr als fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr engagiert, kann die Ehrenamtskarte bei der Stadt beantragen. Ob im Verein oder nicht, die Tätigkeit zählt. Die Kölner engagieren sich in Sport und Kultur, sozialer Arbeit, bei der Betreuung älterer Menschen oder in der Flüchtlingshilfe.

200 Antragssteller im Rathaus empfangen

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die ersten 200 Antragsteller jetzt im Historischen Rathaus empfangen und dort bereits die ersten Karten vergeben. Eine der „Ehrensache“-Karten überreichte sie Gabriele Sauer, die sich um Ältere und Demenzkranke Menschen im Clarenbachwerk kümmert.

„Diese Menschen standen meist voll im Leben. Und jetzt können sie gar nicht mehr allein das Haus verlassen“. Einer ihrer regelmäßigen Programmpunkte sind deswegen die „Kul-Töurchen“, bei denen sie mit ihren Schützlingen Ausflüge in Museen und zu Konzerten unternimmt. „Ich profitiere selber sehr von dieser Arbeit. Diese Menschen sind so glücklich, wenn wir etwas unternehmen und geben mir damit ganz viel zurück. Außerdem haben sie etwas zu erzählen. Ich bekomme nämlich auch interessante Lebensgeschichten zu hören.“

Dass ihre Arbeit in der Tanzgruppe „Klabautermänner“ auch Früchte trägt, gefällt der Tanztrainerin Katharina Tolks an ihrer Arbeit besonders. „Ich bin selber in diesem Verein groß geworden. Jetzt trainiere ich die Kinder und Jugendtanzgruppe der Neppeser Schefferjunge“, sagt die 33-jährige. Mit sechs Jahren fangen die Kinder hier an, bis 18 können sie bleiben. „Manche sehe ich von Anfang an ihren Weg gehen. Erst trauen sie sich noch gar nichts zu, später übernehmen sie dann sogar die Patenschaft für die Kleinen. Es ist toll, das mitzuerleben.“

Reker: „Sie gestalten die Gesellschaft wesentlich mit“

Frank Straßburger verbindet sein Hobby mit ehrenamtlichem Engagement. Er leitet die Sport-AG in der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in der Moselstraße“. Jede Woche spielt er mit Flüchtlingen auf dem Uni-Campus Fußball. „Wir haben inzwischen sogar unsere eigene Mannschaft. Und wir sind Helfer in allen Lebenslagen.“

Er vermittelt die Sportler auch an Sportvereine, die Initiative kooperiert mit dem Unisport, und die Mannschaft nimmt an Turnieren teil. „Man kriegt so viel mit aus allen Kulturen, das ist einfach schön. Und ich kann meinem Hobby nachgehen“, sagt Straßburger, der sich auch in der Öffentlichkeitsarbeit der Initiative einbringt.

„Sie gestalten die Gesellschaft wesentlich mit und übernehmen Aufgaben, die die Stadt nicht bewältigen kann“, wandte sich Reker mit Dank an die helfenden Kölner. Auch den Partnerorganisationen, die mit Vergünstigungen das eigentliche Angebot der Ehrenamtskarte ausmachen, dankte sie. „Und auch hier hoffen wir auf weiteres Wachstum. Wir stehen ja erst am Anfang“, so Reker.

Zu den Partnern gehören unter anderem Kölner Museen und Theater, die städtischen Bühnen, Philharmonie, Gürzenich-Orchester, Botanischer Garten und einige Dienstleister, öffentliche Einrichtungen und Banken.

Interessierte können die Karte bei den Bürgerämtern oder im Internet beantragen. Weitere Informationen finden Sie unter www.ehrenamt.koeln....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta