Freiwasserschwimmer ohne WM-Medaille: Muffels bricht ein, Reichert Zwölfter

SID
Freiwasserschwimmer ohne WM-Medaille: Muffels bricht ein, Reichert Zwölfter

Die deutschen Freiwasserschwimmer warten auch nach dem dritten WM-Rennen im Plattensee weiter auf die erste Medaille. Über zehn Kilometer brach der lange Zeit in der Führungsgruppe platzierte Rob Muffels (Magdeburg) in der letzten Runde ein und belegte am Ende mit knapp 40 Sekunden Rückstand Rang 25. Der Wiesbadener Christian Reichert wurde vor Balatonfüred Zwölfter.
Das dritte WM-Gold im Balaton ging nach 1:51:58,50 Stunden an den niederländischen Olympiasieger Ferry Weertman vor Titelverteidiger Jordan Wilimovsky aus den USA und dem französischen Olympiadritten Marc-Antoine Olivier, der bereits über die halbe Distanz den WM-Titel gewonnen hatte.
"Am Anfang lief alles nach Plan, aber am Ende hat einfach die Geschwindigkeit gefehlt", sagte Muffels, der im Weltcup zuletzt Zweiter geworden war: "Ich hatte Top-Ergebnisse in diesem Jahr und habe mich hier unter Wert verkauft. Die Enttäuschung ist sehr groß." Routinier Reichert war dagegen sehr zufrieden: "Ich habe nach Olympia weniger trainiert, um mich für 2020 zu sammeln. Auf den letzten 800 m habe ich fast 20 Leute überholt."
Bundestrainer Stefan Lurz war von seiner Olympia-Hoffnung Muffels enttäuscht: "Irgendwann muss er den Schritt von fünf auf zehn Kilometer hinbekommen. Man muss jetzt schauen: Was kann man noch tun?" Muffels hatte vor zwei Jahren WM-Silber auf der kurzen Strecke gewonnen und sich jetzt ganz auf die olympische Distanz konzentiert.
Am vergangenen Sonntag hatte Muffels' Vereinskollegin Finnia Wunram über zehn Kilometer den siebten Platz erreicht. Zum Auftakt waren die WM-Debütanten Marcus Herwig (Magdeburg) und Ruwen Straub (Würzburg) über fünf Kilometer als 26. und 28. hinterher geschwommen. Vor zwei Jahren in Kasan hatten die deutschen Langstreckenschwimmer insgesamt vier WM-Medaillen gewonnen. Die größte Chance auf Edelmetall hat am Donnerstag die Staffel über 4x1,25 km.