Freiwasser: Wunram hat zwei WM-Medaillen im Blick

SID
Freiwasser: Wunram hat zwei WM-Medaillen im Blick

Ihre guten Olympia-Perspektiven für Tokio 2020 hat Finnia Wunram aufgezeigt, jetzt will die deutsche Freiwasser-Hoffnung auch schon bei der WM im Plattensee Medaillen gewinnen. Nach ihrem starken siebten Platz über zehn Kilometer nimmt die 21-Jährige in Balatonfüred gleich zweimal in zwei Tagen Edelmetall ins Visier. "Ich hoffe, ich kann wieder vorne mitschwimmen, und es springt eine Medaille heraus", sagte die Magdeburgerin vor dem Rennen über fünf Kilometer am Mittwoch (10.00 Uhr).
Vor zwei Jahren bei der WM in Kasan machte sie auf dieser Distanz mit ihrer überraschenden Bronzemedaille erstmals international auf sich aufmerksam. "Seitdem ist sie leistungsstärker geworden", betonte ihr Heimtrainer Bernd Berkhahn. Entscheidend ist, wie Wunram ihr erstes WM-Rennen im Balaton wegsteckt. "Ich werde die zehn Kilometer noch ein bisschen merken", vermutete sie.
Noch größer ist die Medaillenchance am Donnerstag (10.00 Uhr) im Teamwettbewerb. Dort ist die deutsche Mannschaft als Titelverteidiger einer der Topfavoriten, auch wenn der Modus sich geändert hat. Bei den WM-Triumphen 2013 und 2015 schwammen zwei Männer und eine Frau gemeinsam gegen die Uhr. Dabei kam es vor allem auf die Leistung von Isabelle Härle an, die sich nach den Olympischen Spielen von Rio verabschiedet hat. 
Jetzt wird mit zwei Männern und zwei Frauen in einer 4x1,25-km-Staffel geschwommen. "Das ist wesentlich spannender und fairer", meinte Bundestrainer Stefan Lurz, "man kann taktische Spielchen machen. Da sind wir in Deutschland ja nicht die Doofsten." Sein Plan: Leonie Beck und Wunram sollen als Erste schwimmen, möglichst im Sog des einen oder anderen Mannes, Sören Meißner soll aufholen und Team-Weltmeister Rob Muffels dann im Schlussspurt eine Medaille sichern.
Das sportlich wichtigste Rennen hat Wunram aber schon hinter sich. Über zehn Kilometer bewies sie, dass sie mit den Besten der Welt mithalten und in drei Jahren bei Olympia in die Medaillenränge vorstoßen kann. "Ich muss hinten raus das Tempo noch besser halten", sagte sie, "also die Kraftausdauer verstärken." Ihr Coach Berkhahn setzt vor allem auf eine bessere Vorbereitung als in diesem Jahr: "Wenn wir aus der Höhe hierher gekommen wären, wäre sie ganz vorne mitgeschwommen." Ein Höhentrainingslager gab es wegen der späten Terminierung der Becken-DM vor dieser WM aber nicht.