Freiwasser: WM-Debütanten Straub und Herwig über fünf Kilometer ohne Chance

SID
Freiwasser: WM-Debütanten Straub und Herwig über fünf Kilometer ohne Chance

Die WM-Debütanten Marcus Herwig und Ruwen Straub sind zum Auftakt der Freiwasser-Wettbewerbe im Plattensee wie erwartet deutlich hinterhergeschwommen. Im Rennen über fünf Kilometer vor Balatonfüred belegte der Magdeburger Herwig mit 42,3 Sekunden Rückstand den 26. Platz, der Würzburger Straub wurde 43 Sekunden zurück 28. Das erste WM-Gold im Balaton ging nach 54:31,40 Minuten an den französischen Olympiadritten Marc-Antoine Olivier vor dem Italiener Mario Sanzullo und dem Briten Timothy Shuttleworth. 
Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) blieb damit erstmals seit 2001 über seine einstige Paradestrecke ohne WM-Medaille - nach zwölf Weltmeisterschaften in Folge mit Edelmetall. Am Sonntag (10.00 Uhr) springt die Magdeburgerin Finnia Wunram (21), vor zwei Jahren WM-Dritte über fünf Kilometer, mit Außenseiterchancen über die doppelte Strecke in den Plattensee. Zweite deutsche Starterin ist die bereits 41 Jahre alte Ex-Weltmeisterin Angela Maurer (Mainz).
Straub (23), EM-Neunter über 800 m Freistil, war mit der Startnummer eins ins Rennen gegangen und schwamm die ersten knapp 1,5 km couragiert vorneweg, ehe er von den Konkurrenten eingeholt wurde. "Die ersten 1000 m habe ich mich ganz gut gefühlt, dann sind die Jungs von hinten gekommen, und ich war ziemlich platt", sagte der Würzburger, der aber Gefallen am neuen Metier gefunden hat: "Das macht Lust auf mehr."
Herwig (21), Meister über zehn Kilometer, lag zur Halbzeit als 29. schon über 20 Sekunden zurück. "Sie haben ungefähr das abgerufen, was wir vermutet haben", sagte Bundestrainer Stefan Lurz, "es war ein normaler Auftakt."
Die beiden besten deutschen Freiwasserschwimmer waren nicht an den Start gegangen: Rob Muffels (22), der Vizeweltmeister von 2015, soll sich auf die olympischen zehn Kilometer konzentrieren. Dessen Magdeburger Teamkollege Florian Wellbrock darf im Balaton nicht schwimmen, weil er sich auch für die 1500 m Freistil im Becken qualifiziert hat. Der 19-Jährige gilt als größtes deutsches Talent und deklassierte vor zwei Wochen bei der DM über fünf Kilometer die nationale Konkurrenz um Muffels.  
"Er hat das größte Potenzial für Medaillen", sagte Bundestrainer Stefan Lurz: "Ihm stehen alle Türen und Tore offen." Schwimm-Chefcoach Henning Lambertz hatte Wellbrock aber einen Doppelstart drinnen und draußen in Ungarn verboten, weil damit die Vorbereitung auf die Beckenstarts in Budapest in der nächsten Wochen empfindlich gestört würde.