Freitag, 15.06.2018: Was Sie heute wissen müssen

Kann Wolfgang Schäuble im Unionsstreit schlichten? Zieht Donald Trump heute die angekündigten Strafzölle gegen China durch? Frankreich will Asylbewerber der “Aquarius” aufnehmen. Das sind die Nachrichten des Tages.

Wolfgang Schäuble soll schlichten. (Bild-Copyright: AP Photo/Jose Luis Magana)

Schäuble soll die Union retten

Der Asylstreit zwischen CSU und CDU ist längst zu einer schweren Regierungskrise ausgeartet – in der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nun zwischen den zerstrittenen Unionspartnern vermitteln soll, berichtet die “Rheinische Post”. Demnach haben Spitzenpolitiker der CDU und Unionsfraktionschef Volker Kauder ihren Parteikollegen gebeten, mit der CSU eine Kompromisslinie zu verhandeln. Schäuble genieße auf beiden Seiten eine hohe Glaubwürdigkeit, heißt es. In den letzten Tagen war die Diskussion um die weitere Ausrichtung der Asylpolitik eskaliert. Die CSU droht der CDU mit einem Alleingang und sogar mit der Auflösung der Fraktionsgemeinschaft.

US-Strafzölle gegen China

Donald Trump stellt den Welthandel auf den Kopf. (Bild-Copyright: AP Photo/Jacquelyn Martin)

Dem Welthandel droht eine weitere Belastungsprobe: US-Präsident Donald Trump lässt übereinstimmenden Medienberichten zufolge heute Strafzölle gegen China verhängen – im Umfang von 50 Milliarden US-Dollar. Noch am Freitag will Trump eine überarbeite Liste der betroffenen Waren vorlegen, meldet unter anderem das “Wall Street Journal”. Trump soll sich zuvor mit seinen engsten Handelsberatern besprochen haben. Finanzminister Steven Mnuchin gilt als Kritiker der Strafzölle. China setzt weiter auf Gespräche und warnte die USA: Sollten Zölle erhoben werden, seien bisherige Handelsvereinbarungen hinfällig. Trump wirft der Volksrepublik vor, illegal geistiges Eigentum der USA erworben zu haben, zudem stört ihn Chinas Handelsüberschuss mit den USA (stieg zwischen Januar und Mai auf 105 Milliarden US-Dollar).

“Aquarius”: Frankreich will Asylbewerber aufnehmen

Das Rettungsschiff “Aquarius” vor dem Hafen von Pozzallo in Sizilien. (Bild-Copyright: AP Photo/Salvatore Cavalli)

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hat seinem spanischen Kollegen angeboten, Asylbewerber des Rettungsschiffs “Aquarius” aufzunehmen. Diese müssten allerdings die Anforderungen des Asylrechts erfüllen, teilte das französische Außenministerium laut internationalen Medien mit. Wie viele der 630 Passagiere Frankreich aufnehmen möchte, ist nicht bekannt. Aktuell befindet sich das Schiff auf einer Odyssee durchs Mittelmeer mit Ziel Valencia. Italien und Malta hatten zuvor jede humanitäre Hilfe verweigert.