Freitag, 13.07.2018: Was Sie heute wissen müssen

Trump teilte gegen May aus: Während des Besuchs des US-amerikanischen Präsidenten in Großbritannien veröffentlichte die britische „Sun“ ein Interview mit Donald Trump. Darin wetterte er gegen Theresa Mays EU-Strategie und lobte ihre Gegner. Turbulenter NATO-Gipfel: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bewertete den Gipfel als erfolgreich und zieht positive Bilanz. Syrien: Regierungstruppen marschierten in Darʿā ein, die Rebellen verließen die Stadt. Italien: 67 Migranten an Board der „Diciotti“ durften das Schiff vor der sizilianische Küste verlassen. Präsident Sergio Mattarella hatte Medienangaben zufolge vermittelt. Das sind die Neuigkeiten des Tages.

Donald Trump teilt gegen Theresa Mays Brexit-Plan aus

BU: Premierministerin Theresa May begrüßt den US-amerikanischen Präsidenten mit einem Gala-Dinner im Blenheim Palace. (Bild: AP Photo)

Während seiner Europa-Reise stattete der US-amerikanische Präsident auch Großbritannien einen Besuch ab und traf sich mit Premierministerin Theresa May. May empfing den Präsidenten am Donnerstagabend mit einem Gala-Dinner im Blenheim Palace. Beim Dinner sollte es um den baldigen Start der Verhandlungen über ein Handelsabkommen nach dem EU-Austritt gehen.

Während man sich in Oxfordshire freundlich begrüßte, erschien in der britischen „Sun“ ein Interview mit Trump, in dem er sich kritisch über May äußerte und ihren Widersacher Boris Johnson lobte. Johnson hätte laut Trump das Zeug zu einem großartigen Premierminister, Mays Brexit-Strategie hinsichtlich der Verhandlungen mit der EU gefielen ihm hingegen ganz und gar nicht. Im Interview drohte er sogar damit, ein mögliches Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA scheitern zu lassen, sollten die Briten nach dem Brexit zu eng mit der EU verbunden bleiben. Mays Pläne beinhalten eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit der EU.

Von der Leyen bewertet NATO-Gipfel positiv

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach von „intensiven Diskussionen“ beim NATO-Gipfel in Brüssel. (Bild: Benoit Doppagne/Pool via REUTERS

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach in den „Tagesthemen“ von einem erfolgreichen NATO-Gipfel. Die 29 Staats- und Regierungschefs hätten ein „rundes Paket“ unterschrieben. Dies wäre eine durchaus stolze Bilanz. Von der Leyen zeigte sich zudem froh über die „intensiven Diskussionen“, die besonders durch die harschen Forderungen des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump angeheizt wurden. Dieser drohte zwischenzeitlich sogar mit einem Ausstieg und forderte, alle Partner müssten sofort ihre Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung erhöhen.

Viele europäische Vertreter, so von der Leyen, hätten aber selbstbewusst erklärt, warum sie in die NATO investierten. Dies sei nicht nur ein Bündnis der Sicherheit, sondern auch der Werte. Sie sei außerdem froh, dass diese Diskussion „von Angesicht zu Angesicht“ geführt werden konnte und nicht über Tweets. Damit spielte sie auf die Praxis von US-Präsident Trump an, viele politische Inhalte auch via Twitter zu verbreiten.

Syrische Regierungstruppen nehmen Rebellenhochburg Darʿā ein

Rebellen haben die syrische Stadt Darʿā im Süden des Landes aufgegeben. (Bild: AP Photo)

Syrische Truppen sind in ein Rebellenviertel der Stadt Darʿā einmarschiert. Mehr als sieben Jahre nach dem Beginn des Aufstandes gegen die Regierung haben die syrischen Rebellen die Stadt nun aufgegeben. Rebellensprecher Ibrahim Dschabawi bestätigte am Donnerstag, dass die Regierungsgegner zuvor eine Einigung mit Russland erzielt hätten und demzufolge ihre schweren Waffen in Darʿā abgeben würden. Die Rebellen hatten zuletzt noch einen Teil der Stadt kontrolliert. Die syrische Armee kontrolliert inzwischen mehr als 80 Prozent der Provinz Darʿā, wie regierungsnahe Medien und die syrische Beobachtungsstelle meldeten. Zehntausende Menschen sind in der Region auf der Flucht vor den Kämpfen.

Migranten dürfen die „Diciotti“ verlassen

Italiens Innenminister Matteo Salvini beim EU-Innenministertreffen in Innsbruck. (Bild: AP Photo)

67 geflüchtete Männer, Frauen und Kinder, die im Mittelmeer von der italienischen Küstenwache aufgegriffen wurden, haben die „Diciotti“ im sizilianische Hafen Trapani verlassen dürfen. Das Schiff hatte bereits am Donnerstagnachmittag am Hafen angelegt. Den Migranten war es jedoch untersagt worden, das Schiff zu verlassen. Italiens Innenminister Matteo Salvini sagte am Rande des EU-Innenministertreffens in Innsbruck: „Wenn es jemand macht, dann auf eigene Verantwortung.“

An Bord befanden sich 58 Männer, drei Frauen und sechs Kinder, die vor der libyschen Küste zunächst vom italienischen Schiff „Vos Thalassa“ aufgenommen wurden. An Deck sollen die Flüchtlinge gegen die Besatzung vorgegangen sein, sodass diese die Rettungszentrale im Rom kontaktierte. Salvini sprach daraufhin von „Verbrechern“ und „gewalttätigen Piraten“. Diese solle man „in Handschellen“ von Bord holen. Regierungschef Giuseppe Conte kündigte schließlich in einer Mitteilung an, dass die Migranten das Schiff verlassen dürften, sobald ihre Personalien festgestellt worden seien. Nach Medienangaben intervenierte der italienische Präsident Sergio Matarella und bat Conte darum, die Situation aufzulösen. Italienische Medien berichteten zudem, dass die Polizei zwei Menschen an Bord als Schlepper identifizieren konnte.