Freitag, 04.05.2018: Was Sie heute wissen müssen

Ehemaliger VW-Chef Winterkorn in den USA angeklagt. Trump ändert Aussage über Schweigegeldzahlung an Stormy Daniels. Sicherheitslücke bei Twitter und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther warnt nach Ereignissen in Ellwangen vor pauschalen Abschiebungsforderungen. Das sind die Nachrichten des Tages.

Winterkorn drohen bis zu 25 Jahre Haft. (Bild-Copyright: Michael Sohn/AP Photo)

Ex-VW-Chef Winterkorn wegen Abgasskandal angeklagt

Am Donnerstag wurde vom zuständigen Gericht in Detroit, Michigan, eine erweiterte Anklageschrift veröffentlicht. In der beschuldigt das US-Justizministerium Volkswagens ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn der Mittäterschaft im Abgasskandal. Er war im September 2015 von seinem Amt zurückgetreten, kurz nachdem US-Behörden Abgasmanipulationen von zahlreichen Dieselautos bei VW aufgedeckt hatten.

Winterkorn und weiteren VW-Managern wird vorgeworfen, Teil einer Verschwörung zum Verstoß gegen US-Umweltgesetze gewesen zu sein. Sie hätten “bewusst und absichtlich Betrug begangen”. Laut Bericht der “Bild”-Zeitung wurde die Anklage bereits am 14. März erhoben. Winterkorn, der sich derzeit in Deutschland aufhalten soll, könnten 25 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 275.000 Dollar drohen. Volkswagen und Winterkorn selbst wollen mit dem US-Justizministerium kooperieren, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Es sei aber nicht angemessen, zu individuellen Verfahren Stellung zu nehmen.

Trump ändert Aussage zu Schweigegeldzahlung an Stormy Daniels

Trump wusste doch von Schweigegeld. (Bild-Copyright: Evan Vucci/AP Photo)

Bisher hatte US-Präsident Trump bestritten, überhaupt von der Zahlung an seine vermeintliche Affäre Stormy Daniels gewusst zu haben. Am Donnerstag erklärte er allerdings via Twitter, dass er seinem Rechtsvertreter Michael Cohen eine Zahlung von 130.000 Dollar erstattet habe.


“Mr. Cohen, ein Anwalt, erhielt eine monatliche Rückzahlung – nicht etwa von der Wahlkampagne. Das hatte nichts mit der Kampagne zu tun, der er beigetreten war. Die Rückzahlung basierte auf einem privaten Vertrag zwischen zwei Parteien, auch bekannt als Verschwiegenheitserklärung.”

Das Schweigegeld, das von Trumps ehemaligem Anwalt Michael Cohen an Stormy Daniels gezahlt wurde, sorgte mitunter für Aufsehen, da die Erotikdarstellerin die Zahlung wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 erhalten haben soll. Bei der gezahlten Summe soll es sich deshalb um eine illegale Wahlkampfspende gehandelt haben. Mit seinem Statement dementiert der Präsident diese Anschuldigungen.

Sicherheitslücke bei Twitter

Twitter fordert Nutzer auf, ihre Passwörter zu ändern. (Bild-Copyright: Richard Drew/AP Photo)

Der Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter warnte seine Nutzer und forderte sie auf, ihre Passwörter zu ändern. Wie das Unternehmen mitteilte, habe ein Softwarefehler dazu geführt, dass Passwörter unverschlüsselt in einem internen Verzeichnis gespeichert worden seien. Es sei zwar ein normales Vorgehen, dass Nutzerpasswörter gespeichert würden, allerdings nutze man dazu üblicherweise Verschleierungsalgorithmen oder speichere sie nur verschlüsselt.

Der Fehler sei mittlerweile behoben und es habe kein Missbrauch der Daten bzw. ein Hackerangriff von außen festgestellt werden können. Dennoch sei es sicherer, seine Daten durch die Änderung des Passwortes zu schützen.

Ministerpräsident Günther gegen pauschale Forderung nach Abschiebungen

Ministerpräsident Günther gegen pauschale Abschiebungen. (Bild-Copyright: Michael Sohn/AP Photo)

Nachdem in der Nacht zum Montag Flüchtlinge in einer Einrichtung in Ellwangen gewaltsam die Abschiebung eines Togoers verhindert und die Polizei den Mann schließlich am Donnerstag mit einem Großaufgebot in Gewahrsam genommen hatte, wurden immer mehr Stimmen laut, die konsequentere Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber fordern. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther warnte nun vor solchen Forderungen. Der Funke-Mediengruppe erklärte er, dass es “definitiv ein Vollzugsdefizit bei Abschiebungen” gäbe, das Problem allerdings sehr vielschichtig sei.

Laut Günther würden Abschiebungen oft die Falschen treffen, wie “Familien, die seit Ewigkeiten in Deutschland leben und gut integriert sind”. Es gelinge nicht, diejenigen abzuschieben, die “hier ihr Unwesen treiben und sich nicht an unsere Gesetze halten”. Der Politiker setzt bei der Lösung dieser Problematik auf die in der Großen Koalition vereinbarten Asylzentren. Dort könne schnell entschieden werden, ob jemand eine Bleibeperspektive habe. Die Asylzentren sollen den Schutzstatus der Flüchtlinge festlegen und auch die möglichen Rückführungen im Fall einer Ablehnung des Asylantrages regeln.