Freispruch: Angebliches Misshandlungsopfer verstrickt sich in Widersprüche

Die Ex-Freundin des Angeklagten machte widersprüchliche Angaben.

„Ich freue mich, dass es vorbei ist“, sagte Dirk H. am Montag in seinem Schlusswort als Angeklagter, „ich bin froh, wenn ich sie nie wiedersehe.“ Dann hörten er und sein Anwalt das Urteil des Amtsrichters, das in ihrem Sinne ausfiel: Freispruch vom Vorwurf, der 37-Jährige habe seine langjährige Partnerin Mona F. (39, Namen geändert) misshandelt.

Zuvor hatte sie im Zeugenstand ausführlich ihr Leid geklagt, was er ihr im Laufe der Jahre, in denen sie sich mehrmals getrennt und wieder zusammengerauft hatten, angetan habe.

Angebliches Opfer versuchte Vergewaltigung ins Spiel zu bringen

Angeklagt waren zwei mutmaßliche Taten. Einmal habe Dirk H. sie auf eine Matratze geworfen und ihr so lange und heftig die Kehle zugedrückt, dass sie mehrere Tage „Schluckbeschwerden“ gehabt habe. Ein andermal habe er verhindert, dass sie das gemeinsame Doppelbett auseinander montierte, sie an den Armen festgehalten und brutal „gegen die Wand gepresst“.

Immer wieder schüttelte der 37-Jährige den Kopf, während seine ehemalige Freundin, vor der er seine neue Adresse geheim hält, erzählte, was sie von ihn habe erdulden müssen. Plötzlich brachte sie gar eine versuchte Vergewaltigung ins Spiel, die sie der Polizei nicht erzählt hatte.

Starke Abweichungen zum Protokoll der Polizei

Und in der gemeinsamen Wohnung, in der sie nach der endgültigen Trennung nur noch notgedrungen zusammenlebten, habe er regelrecht eine Drohkulisse aufgebaut, mit „Klappmesser auf dem Schreibtisch, Baseballschläger im Schuhschrank und Machete in der Abstellkammer“.

Doch die Schilderung der Frau überzeugte weder den Vertreter der Staatsanwaltschaft noch den Amtsrichter. Ihre Aussagen wichen zum Teil stark davon ab, was sie bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte, und auch sonst zeigten sich manche Ungereimtheiten, zum Beispiel bei der zeitlichen Einordnung der angeblichen Vorfälle.

Frau kündigte an, dass sie ihm etwas anhängen würde

Ihre Schwierigkeiten mit der Erinnerung erklärte Mona F. unter anderem mit einem Burnout im vorigen Jahr. Psychische Probleme scheinen auch sonst eine Rolle gespielt und die Beziehung belastet zu haben. Dirk H. sagte, er habe Mona F. als einen „sehr offenen, herzlichen Menschen“ kennengelernt, bis sie unter Stress ihren ersten „Zusammenbruch“ gehabt habe.

Zwar habe es auch danach immer wieder „schöne Zeiten“ gegeben, dann aber seien die Störungen zurückgekehrt, wüste Eifersuchtsszenen habe sie ihm gemacht, Zucker in den Tank seines Motorrads geschüttet, ihn aus der Wohnung ausgeschlossen. Und sie habe vor anderen angekündigt, sie werde ihm etwas anhängen.

Anscheinend merkte Mona F., dass ihrer Aussage vor Gericht kaum Glauben geschenkt wurde. Der Ausgang des Verfahrens interessierte sie jedenfalls nicht: Vor der Urteilsverkündung verließ sie den...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta