Free-TV-Premiere: Darum lohnt es sich, den Film „Selma“ Samstagnacht in der ARD zu schauen

David Oyelowo spielt Martin Luther King Jr. Überzeugend. (Bild: ARD)

Warum die ARD das Geschichtsdrama “Selma” über Martin Luther King Jr. in seinem Nachtprogramm versteckt und nicht zur Primetime sendet, erschließt sich vermutlich nur dem Sender selbst. Verdient hat der Oscar-nominierte Blockbuster die nächtliche Ausstrahlung um 23.55 Uhr absolut nicht. 

Es ist die erste große Filmbiografie Hollywoods über den Bürgerrechtsaktivisten und Friedensnobelpreisträger Martin Luther King. „Selma“ richtet den Fokus auf die entscheidende Phase im Kampf der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Der Film setzt in den USA des Jahres 1965 ein. Martin Luther Kings berühmte Rede „I have a dream…“ liegt zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre zurück. Doch viele Veränderungen hinsichtlich der Gleichberechtigung von Afroamerikanern hat es in den Vereinigten Staaten von Amerika seither nicht gegeben. Nachdem Martin Luther King  1964 den Friedensnobelpreis erhält, lässt das FBI jeden seiner Schritte überwachen. Doch King bleibt bei seinen Bestrebungen, die Bürgerrechtsbewegung weiter voranzutreiben und konzentriert sich bei seinen Aktionen auf die Stadt Selma im Bundesstaat Alabama, da hier der rassistische Sheriff Jim Clark (Stan Houston) die schwarze Bürgerrechtsbewegung besonders grausam niederzuschlagen versucht.

Um der Bewegung mehr Antrieb zu geben, ruft King zu einem Protestmarsch von der Stadt Selma nach Montgomery, der Hauptstadt von Alabama, auf. Die Bilder von prügelnden Polizisten, die daraufhin friedliche Demonstranten angreifen, gehen um die Welt und sorgen für einen landesweiten Aufschrei der Entrüstung – der den Lauf der Geschichte nachhaltig verändern sollte.

Regisseurin Ava DuVernay gelang hier ein besonders Biopic über Martin Luther King und seinen gewaltfreien Protest gegen Rassismus. Der Film kommt dabei ohne das Klischee aus, dass „aufrechte Weiße“ notwendig waren, um das afroamerikanische Wahlrecht durchzusetzen. Die überaus überzeugende Darstellung David Oyelowos als Dr. Martin Luther King macht deutlich, auf welche Weise sich der charismatische Bürgerrechtler in unzähligen politischen Gesprächen den Problemen der Realpolitik stellen musste.

Martin Luther King (David Oyelowo, r.) bittet US-Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson) um Unterstützung für die Bürgerrechtsbewegung. (Bild: ARD)

Selten zuvor wurde die Polizeigewalt so ungeschönt dargestellt wie in den beeindruckenden Massenszenen auf der historischen Edmund Pettus Bridge. Tom Wilkinson als Präsident, Tim Roth als konsequenter Hardliner und Carmen Ejogo als Kings Frau Coretta schließen den Kreis der überragend besetzten Filmrollen.

US-Talkmasterin Oprah Winfrey spielt Bürgerrechtlerin Annie Lee Cooper. (Bild: ARD)

Mit „Selma“ bekommen die Zuschauer eine außergewöhnliche Geschichtslektion – ohne dabei ermahnt zu werden. Die von John Legend kreierte Filmmusik erhielt außerdem einen Oscar.

Die ARD zeigt „Selma“ am Samstag, den 13. Januar 2018, um 23:55 Uhr.

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