"Eine Frechheit!", "Schmeckt zum Kotzen!" - Peinliches Dessert-Debakel bei "Grill den Henssler"

Jürgen Winzer
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"Eine Frechheit!", "Schmeckt zum Kotzen!" - Peinliches Dessert-Debakel bei "Grill den Henssler"

"So schlecht war ich noch nie." Steffen Henssler war entsetzt. "Grill den Henssler" (VOX) erlebte einen außergewöhnlichen Tiefpunkt. "Es schmeckt zum Kotzen", meinte Jurorin Mirja Boes, Christian Rach empfand ein Gericht als "Frechheit". Eigentlich erstaunlich: Trotzdem gab es einen Sieger!

"Das wird lustig", war sich Moderatorin Laura Wontorra sicher, als sie die Ex-Dschungelkönigin Evelyn Burdecki und die Comedians Paul Panzer und Bastian Bielendorfer ("Zwei sind von Berufs wegen lustig, und die Dritte weiß gar nicht, dass sie so lustig ist") unter Führung von Sternekoch-Coach Frank Buchholz (Laura: "Der Gérard Depardieu des Ruhrpotts") als Gegner für den "Kochkönig" (auch Laura) Steffen Henssler begrüßte. Am Ende wurde es, was die Kochkünste angeht, beiderseits eher tragikomisch. Eine denkwürdige Ausgabe von "Grill den Henssler" bei VOX.

Laura Wontorra: Ihr Einstand war ungewöhnlich

Unter dem Motto "Erst hatte ich kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu" ging es für die Promis gleich beim Impro-Gang (Kabeljau, Kokosmilch, Oliven) schief: Bastian vertrödelte sich beim Servieren - der letzte Teller war noch in der Luft, als der Countdown auslief. Der von Laura Wontorra, sonst ja Fußballkommentatorin, bemühte Videobeweis zeigte es eindeutig. Auf Kulanz war bei Maitre Henssler nicht zu hoffen: "Es gibt Regeln!" Die "Kampfsau" (Laura über den "knallharten" Henssler) behielt Recht - der Teller kam nicht in die Wertung. So stand es statt 25:23 für die Promis nach dem Auftaktgang 23:17 für Henssler!

Reiner Calmund beißt sich fast zwei Zähne aus

Die Hoffnung des gestrengen Restauanttesters Christian Rach ("Das waren zwei hervorragende Impro-Teller. So kann es weitergehen!") wurde nicht erfüllt. Und das Pech blieb an den Promis kleben wie Fleisch an der ungefetteten Pfanne: Zwei der "Küchen-Competitions" zwischen den Gängen wurden erst im Stechen entschieden - zugunsten Hensslers, weil die Promis vorschnell - und falsch - agierten. Bei der Vorspeise (Lauch-Mais-Suppe mit Popcorn) brachen ein paar nicht gepoppte Maiskörner auf Bastians Teller Juror Calli Calmund fast zwei Zähne raus, während der Hensslers Variante Mirja Boes vor Verzückung seufzen ließ: "Bombastisch, mit Grillmais kann man mich verführen." 20:16, gesamt 49:33. Schon nach der Hälfte der Distanz schien das Rennen gelaufen.

Paul Panzer gab wirklich alles, das Ruder herumzureißen. Während er das israelische Nationalgericht Shakshuku zubereitete - es schien, als sei das Gericht extra für Panzers Spracheigenheit, dieses seltsam Monty-Python-hafte Lispeln ausgewählt worden -, versuchte er, Henssler durch unablässiges "Shakshuku"-Singen und überbordendes Chaos in seiner Küche aus dem Rhythmus zu bringen. Zudem hielt er sich die dauerplappernde Laura konsequent vom Leib. Einmal schubste er sie rigoros zur Seite (Laura: "Jetzt krieg ich Angst!"), ein anderes Mal bedrohte er Henssler mit dem Messer - Berserker-Paule bot einen großen Koch-Kampf.

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Und wurde belohnt: Denn auch am Herd hatte er trotz "Glibber im Ei" (Mirja) "mutig agiert" (Rach) - er grillte den Henssler mit 18:16, Nachdem das letzte Zwischenspiel gewonnen wurde, ging es mit 54:65 aus Sicht der Promis in die letzte Runde. Die Hoffnungen ruhten auf der Nachspeise "Churros mit Schokoladensoße" - und Evelyn Burdecki. War das Fluch oder Segen?

Steffen Henssler außer sich: Zwiebel-Sabotage an der Fritteuse

Wie die der Vorwoche wurde auch diese "Grill den Henssler"-Ausgabe noch vor den strikten Corona-Abstandsregelungen aufgezeichnet, weshalb die Nähe - inklusive eines Bussis zwischen Laura und Steffen - verzeihlich scheint. Darüber hinaus waren Evelyn Burdecki und ihre verbalen Absonderungen wie ein Hauptgewinn. "Olivenöl ist gut für die Haare, riecht aber nach Pups", "Essen geht durch den Magen!", "Pink ist schön für Gehirnzellen, da gibt's Endrophogyne", "Rot löst was aus bei Männern: Ich liebe rote Unterwäsche!" Man muss die gelernte Fitnesstrainerin einfach lieb haben. Ihre Enthülllungen gipfelten in dem Geständnis: "Ich habe mein Bauchweg-Höschen vergessen!"

Das Kochstudio bereicherte sie durch neue Töne: schrille Schreie, Gekreisch, Huchs und entsetzte Iiiks - leider aber nicht durch Qualität am Herd. Dass aus dem von Laura ersehnten "Grande Finale" letztlich eine "Grande Katastrophe" wurde, lag aber nicht an Evelyn allein. Mit den Churros hatte sie Henssler komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Fünf der 25 Minuten brachte der "Kochkönig" rat- und tatenlos zu. Dann wurde er auch noch von Paul Panzer sabotiert, der sich nebenbei in Steffens Fritteuse ein "Add-on"-Gericht aus Kartoffeln und Zwiebeln zauberte. "Hast du Drecksack da Zwiebeln in meine Fritteuse? Du A...loch!" Letztlich war aber der Zwiebeltouch auf den Churros nicht kriegsentscheidend.

Henssler unterbietet sogar Evelyn Burdecki: "So schlecht war ich noch nie"

Laura ahnte es! "Das sieht nicht gut aus! Und ich habe keine Ahnung vom Kochen", urteilte sie über Steffens Churros-Versuch. Steffen: "Ich hab schon Ahnung, aber ich sag das gleiche!" Und die Jury schloss sich an! Christian Rach packte doch noch die "kratzige Unterwäsche" (Calli) aus und vergab je einen Punkt! Evelyns Churros seien "eine Frechheit", die von Steffen taugten nicht mal als Weihnachtskeks. Mirja sah es ähnlich. "Mein Kinder hätten mir so was um die Ohren gehauen!" Auch nur je ein Punkt! Da wurde der tiefenentspannte Steffen doch unruhig: "So schlecht war ich noch nie."

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Calli ("Isch kann nit so bösartig sein") gab ein paar Punkte mehr - obwohl "der Teig beschissen" war -, verscherzte es sich dadurch aber mit seinen Mit-Juroren. Mirja: "Es schmeckt zum Kotzen, aber er ist sehr nett!" In der hitzigen Diskussion verhaspelte sich Calli und verwechselte die Churros (iberisches Fettgebäck) mit Chorizo (iberische würzige Salami). "Is doch scheißejal jetzt!", grantelte Calli, gab 5 und 4 Punkte und sorgte so für Evelyns 7:6-"Erfolg".

Am Ende stand's 71:61 für Steffen Henssler. Sein siebter Sieg in Serie ging beinahe in die Annalen ein. Nur dreimal gab es weniger Punkte. Im Mai 2015 besiegte er die Promis (damals mit Mirja Boes am Herd statt am Jury-Pult!) 73:58, im April 2016 gewann er mal 69:60. Letzte Woche lautete der Endstand 67:62, aber da fehlte Mirja Boes bei drei Gerichte-Wertungen.

Ein neuer Tiefpunkt. Aber ein sehr unterhaltsamer!

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