Frauen müssen 2. Klasse fliegen: Diskriminierung beim FC Barcelona?

Der FC Barcelona ist mit seiner Herren- wie Frauen-Mannschaft in die USA aufgebrochen. Während die männlichen Fußballer in der Business-Class flogen, mussten die Frauen mit der Economy vorlieb nehmen. Der Klub rechtfertigt sich.

Die Frauen des FC Barcelona erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit bei den Fans. (Bild: Getty Images)

In den sozialen Medien hatten Spieler wie Spielerinnen natürlich diverse Fotos und Videos vom Flug in die USA geteilt. Schnell fiel den Fans auf, dass die Frauen in der Economy-Class reisen mussten, während die Herren sich über deutlich mehr Beinfreiheit freuen durften.

Der FC Barcelona reagierte schnell auf die Proteste und erklärte, dass die Frauen nachträglich in den Flieger gebucht wurden und deshalb nicht mehr ausreichend Sitze in der teureren Klasse frei waren. Deshalb habe das gesamte Frauen-Team im hinteren Teil des Fliegers Platz nehmen müssen.


Frauen fliegen inzwischen in der Business-Class

Pikant: Auf dem Instagram-Account des Vereins war ein gemeinsames Foto von Sergio Roberto, Marta Torrejon Moya, Denis Suarez und Vicky Losada Gomez geteilt worden. Die beiden Männer standen mit den Frauen in der Business-Class und vermittelten damit ein verzerrtes Bild der Realität.

Inzwischen sind die Frauen von Portland separat weiter nach Los Angeles geflogen – dieses Mal in der Business-Class, wie der Klub fleißig in den sozialen Medien vermeldete. Diesen Luxus hätten sie wohl auch gerne beim 17 stündigen Flug in die USA gehabt.


Spanien Vorreiter in Sachen Frauen-Fußball

Star-Spielerin Alexia Putellas hatte gegenüber El Mundo allerdings schnell die Wogen geglättet: “Wir haben trotzdem Glück, wie der Frauenfußball generell in Spanien behandelt wird. Viel schlimmer sind lange Reisen im Bus.”

Tatsächlich genießen die weiblichen Mannschaften in Spanien großes Ansehen. Eine Reform der Liga sowie großes Engagement der Klubs haben zahlreiche Fans in die Stadien gelockt und den Frauen-Fußball zu einem wichtigen Teil des nationalen Sports gemacht.