Frauen Fussball: Was die ÖFB-Damen so stark macht

Fünf Tore, vier verschiedene Torschützinnen: Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam hat sich beim sensationellen EM-Debüt in den Niederlanden bisher an vorderster Front nicht auf eine Spielerin verlassen müssen. Das macht es für die Konkurrenz, am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins ) im Willem II Stadion in Tilburg im Viertelfinale der Weltranglisten-13. Spanien, nicht wirklich leichter.

Fünf Tore, vier verschiedene Torschützinnen: Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam hat sich beim sensationellen EM-Debüt in den Niederlanden bisher an vorderster Front nicht auf eine Spielerin verlassen müssen. Das macht es für die Konkurrenz, am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) im Willem II Stadion in Tilburg im Viertelfinale der Weltranglisten-13. Spanien, nicht wirklich leichter.

"Ich finde das zeichnet unser Team auch so aus, der Teamgeist, das Kollektiv. Wir müssen uns nicht unbedingt auf eine Spielerin verlassen, sondern jede vertraut jeder, egal wer am Platz steht, und das spiegelt sich auch bei den Torschützinnen wieder", erläuterte Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil.

Die 24-jährige Potsdam-Legionärin erzielte beim 3:0 gegen Island den Führungstreffer (36.). Nach ihr trafen auch Nina Burger (44.) und Stefanie Enzinger (90.). Burger war auch für den 1:0-Sieg gegen die Schweiz mit ihrem Tor in der 15. Minute verantwortlich, sie ist damit die einzige ÖFB-Kickerin die bei der Endrunde mehrmals getroffen hat. Beim 1:1 gegen Frankreich trug sich Lisa Makas (27.) in die Schützenliste ein.

Billa tritt in Burgers Fußstapfen

"Es ist oft so, dass Mannschaften eine gute Spielerin haben, die viele Tore macht. Bei uns ist das zwar schon oft die Nina, aber man sieht halt hier, dass auch andere Tore schießen können und das ist natürlich sehr gut für uns", sagte Offensivspielerin Laura Feiersinger. Burger ist mit 48 Toren in 90 Spielen im Teamdress zwar die unangefochtene Nummer eins in der ewigen ÖFB-Bestenliste, sich nur auf sie zu konzentrieren ist aber für die gegnerischen Defensivreihen zu wenig. Das hat das Turnier gezeigt.

Das ist auch gut für die Weiterentwicklung der Mannschaft. Burger wird am 27. Dezember 30 Jahre alt, das ist im Frauenfußball ein sehr hohes Alter. Junge Akteurinnen heranzuführen ist daher ein wichtiger Faktor. Mit Nicole Billa hat sich eine 21-Jährige bereits im Team etabliert, sie hält nach 33 Länderspielen bei elf Toren und könnte langfristig in Burgers Fußstapfen treten. Bei der Endrunde hat sie sich bisher für ihre enorme Laufarbeit noch nicht mit einem Tor belohnt.

Burger: "Ich habe super Vertretungen"

Dahinter lauert mit Viktoria Pinther eine Noch-18-Jährige. Die Angreiferin ist im Sommer 2015 von Altenmarkt zu Ligadominator St. Pölten gewechselt und durfte bereits zweimal bei Kurzeinsätzen gegen die Schweiz und Frankreich EM-Luft schnappen. Nach sieben Länderspielen wartet sie noch auf ihren Premierentreffer.

"Wir haben sehr gute jüngere Spielerinnen, die nachrücken, dass sieht man auch in jedem Training. Sollte mit mir was sein, habe ich keine Angst, ich habe super Vertretungen", betonte Burger. Die könnten schon in einem eventuellen Halbfinale gefordert sein, im Falle einer Sperre Burgers, zu der es kommen würde, sollte die ÖFB-Stürmerin gegen Spanien eine Gelbe Karte sehen.

Enzinger: BWL-Studium statt Auslands-Karriere

Mit Stefanie Enzinger steht auch eine routiniertere Akteurin als Ersatz parat. Die Neo-St.-Pölten-Spielerin gesellte sich im Islandspiel in den Kreis der ÖFB-Torschützinnen. Obwohl die Salzburgerin am 20. November 28 Jahre alt wird, hat sie das Ausland noch nicht abgeschrieben.

"Deutschland, England, Spanien, sind alles attraktive Länder, wo super Fußball gespielt wird. Das ist sicher zum Nachdenken", gab die Ex-Innsbruck-Angreiferin Einblick. Zuvor gilt es für sie aber noch ihr BWL-Studium abzuschließen. "Das hat für mich Priorität", betonte Enzinger. Spätestens in einem Jahr will sie fertig sein.

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