Frauen-EM: Österreich gelingt Sensation gegen Frankreich

Österreich darf sich bei der Frauen-Europameisterschaft in den Niederlanden über eine Riesen-Sensation freuen. Viktoria Schnaderbeck und Co. holen gegen Titel-Kandidat Frankreich ein 1:1-Remis. Damit stehen die Österreicherinnen genauso wie der Gegner nach zwei Spielen mit vier Punkten da.

Österreich darf sich bei der Frauen-Europameisterschaft in den Niederlanden über eine Riesen-Sensation freuen. Viktoria Schnaderbeck und Co. holen gegen Titel-Kandidat Frankreich ein 1:1-Remis. Damit stehen die Österreicherinnen genauso wie der Gegner nach zwei Spielen mit vier Punkten da.

Dahinter folgt die Schweiz, gegen die Österreich das Auftaktspiel 1:0 gewann, mit drei Punkten. Im abschließenden Spiel gegen das punktelose Island (Mittwoch, 20:45 Uhr) könnte sogar schon eine Niederlage für den Viertelfinal-Aufstieg reichen. Nur wenn Österreich gegen die Nordeuropäerinnen höher verlieren würde als Frankreich gegen die Schweiz, würden die ÖFB-Damen das Viertelfinale noch verpassen - ein unrealistisches Szenario.

Makas sorgt für die Führung

Lisa Makas (27.) mit ihrem 18. Tor im 50. Länderspiel ließ die ÖFB-Truppe vor 4.387 Zuschauern von der absoluten Sensation träumen. Amandine Henry (51.) bewahrte den Turniermitfavoriten im Duell mit dem Debütanten aber noch vor einer Schlappe. Im sechsten direkten Duell gingen die Österreicherinnen zum ersten Mal nicht als Verliererinnen vom Platz. Das zum besten Zeitpunkt nach vier Niederlagen in der WM-Quali und einer in einem Testspiel.

Die angeschlagene Mittelfeldstütze Sarah Zadrazil saß wie erwartet nur auf der Bank, Thalhammer hatte schon am Freitag angekündigt gehabt, im Hinblick auf das "Gruppenfinale" gegen Island kein Risiko einzugehen. Dieses geht jetzt unter guten Voraussetzungen über die Bühne.

Torfrau Zinsberger überragend

Die Französinnen starteten zwar mit viel Druck, waren in den ersten 20 Minuten in allen Belangen besser und ließen den Ball laufen. Wie auch schon beim Auftakt-1:0 gegen Island fehlte aber die nötige Effizienz. Ein Schuss der starken Henry ging drüber (7.), bei einem Abschluss von Marie-Laure Delie aus acht Metern reagierte ÖFB-Torfrau Manuela Zinsberger glänzend mit dem Fuß (15.).

Die Thalhammer-Truppe, die in einem 4-2-3-1-System agierte, das in der Defensive oftmals zu einem 4-5-1 wurde, traute sich aber mit Fortdauer etwas mehr zu, setzte Nadelstiche. Nicole Billa kam nach einem katastrophalen Fehlpass von Torfrau Sarah Bouhaddi an den Ball, schloss aber nicht selbst ab, sondern gab quer zu Laura Feiersinger, die im Rutschen nicht richtig zum Schuss kam, weshalb Bouhaddi noch abwehren konnte (22.).

Latte rettet

Der Torjubel war aber nur aufgehoben. Nach weitem Aschauer-Einwurf brachten die Französinnen den Ball nicht weg, und Makas traf von der Strafraumgrenze genau ins Eck (27.). Der Favorit wirkte verunsichert, konnte bis zur Pause nicht mehr an die starke Anfangsphase anschließen, halbgefährliche Weitschüsse waren die einzige Ausbeute.

Nach dem Seitenwechsel waren "Les Bleues" plötzlich wieder voll da und auch zurück im Spiel. Zinsberger flog an einem Bussaglia-Corner vorbei, Henry köpfelte aus kurzer Distanz ein (51.). Die Bayern-Legionärin hielt dafür in der Folge den Punkt fest, lenkte einen Henry-Schuss an die Latte ab (66.) und hielt auch einen Diani-Schuss (84.).

Ein Delie-Kopfball (89.) ging wie ein Diani-Schuss (93.) noch daneben, so war das harterkämpfte ÖFB-Remis in der Tasche. Jetzt darf endlich nicht nur geträumt, sondern auch offiziell vom Viertelfinale gesprochen werden, das am 30. Juli über die Bühne geht.

Tabelle

# Team Sp S U N T G Diff P letzte 5 Matches
1 1 1 0 0 1 0 +1 3
1 1 1 0 0 1 0 +1 3
3 2 1 0 1 2 2 +0 3
4 2 0 0 2 1 3 -2 0

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