Mutter mit zwei schwulen Söhnen: "Ich flehte Gott an, sie zu ändern"

Kelly Beischel
Luke and Will Beischel.

Ich fühle mich wie ein Hochstapler, wenn ich die Hochzeitsfotos meiner beiden schwulen Söhne ansehe.

Sie zeigen zwar eine verständnisvolle, moderne und liebevolle Familie. Ich habe die Fotos auch in den sozialen Netzwerken geteilt – und viele meiner Freunde haben mich für meine Mutterliebe, Akzeptanz und Offenheit gelobt. Sie sagten sogar, ich würde sie inspirieren.

Was sie jedoch nicht wissen: Ich schäme mich zutiefst für meine Reaktion, als meine beiden schwulen Söhne sich outeten.

Dieser Tag ist schon fast ein Jahrzehnt her. Doch noch lange danach plagten mich schlaflose Nächte. Ich sorgte mich um ihre Sicherheit – in einer Welt, in der Menschen, die nur ein wenig anders sind, an den Rand der Gesellschaft gedrängt, geschlagen oder sogar getötet werden.

Meine Scham hat mich jahrelang zerfressen

Bisher habe ich noch nie über diese Nächte gesprochen. Aber jetzt ist es Zeit, einen Blick zurück zu werfen – auf die Scham, die mich jahrelang zerfressen hat.

Als mein ältester Sohn, Luke, 17 Jahre alt war, fand ich sein Tagebuch in seinem Zimmer. Er hatte es absichtlich dort liegen lassen – aufgeschlagen war eine Seite, auf der folgende Frage stand: “Lieber Gott, wenn Homosexualität eine Sünde ist, warum hast du mich dann so geschaffen?”

Sofort fragte ich Luke geradeheraus: “Bist du schwul?”

Er antwortete: “Ja”.

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Augenblicklich begann ich zu weinen. Ich wollte es nicht wahrhaben.  In meinem Kopf hatte ich mir Lukes Leben schon perfekt ausgemalt. In meinen Träumen habe ich von ihm einen gesunden, blauäugigen, lieben Enkel bekommen. Ich hatte alles geplant. Und an diesem schwülen Nachmittag im Juni starben meine Träume einen plötzlichen, qualvollen Tod.

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