Frau in Russland muss wegen Flucht aus Coronavirus-Quarantäne vor Gericht

Weil sie aus ihrer Coronavirus-Quarantänestation geflohen ist, muss sich eine Frau in Russland vor Gericht verantworten. Der Chef eines Krankenhauses in St. Petersburg habe Klage gegen Alla Iljina eingereicht, teilte das zuständige Gericht am Freitag mit. Die Frau hatte sich zuvor auf Online-Netzwerken darüber beschwert, dass sie eingesperrt sei und "ungenießbares" Essen aufgetischt bekomme.

"Ich werde hier Gewicht verlieren, weil das kein Essen ist hier", sagte Iljina in einem Instagram-Video und zeigte auf einen Teller mit Kartoffelbrei und Erbsen aus der Konservendose. Außerdem gebe es in ihrem Raum keine Lüftung.

Auch ihre Flucht beschrieb Iljina genau: "Es gibt ein elektromagnetisches Sicherheitsschloss an der Tür. Ich habe den Schließkasten geknackt und die Kabel kurzgeschlossen. Dann habe ich meine Sachen genommen und bin zum Fahrstuhl gegangen."

Iljina war am 1. Februar mit dem Flugzeug von der chinesischen Urlauberinsel Hainan zurückgekommen. Sie wurde mehrmals untersucht und schließlich am 6. Februar mit der Diagnose "Viruserkrankung" in Quarantäne gesteckt, wo sie zwei Wochen bleiben sollte.

Die Diagnose habe nicht ausgeschlossen, dass es sich um das neuartige Coronavirus handeln könnte, erklärte die Gesundheitsbehörde zur Begründung. Iljina wiederum gab an, die Ärzte hätten ihr gesagt, dass ihre Tests keine Anzeichen für das Coronavirus gezeigt hätten.

Eine erste Gerichtsanhörung in dem Fall soll am kommenden Montag stattfinden. Der Frau droht nach russischen Recht eine Geldstrafe.