Frau mit autistischem Sohn bekommt unfassbare Notiz

Eine Frau mit einem autistischen Sohn hat einen Brief von einem Nachbarn erhalten, der viele Facebook-User sprachlos macht. In dem Schreiben droht der anonyme Verfasser damit, den Gemeinderat zu benachrichtigen, sollte das “beunruhigende Stöhnen und Schreien aus dem Garten“ nicht aufhören.

Diesen Brief bekam die Familie von einem Nachbarn (Bild: Facebook/Magenta Quinn)

“Ich hab das öffentlich gemacht, um auf Geisteskrankheiten und Behinderungen aufmerksam zu machen“, schreibt Magenta Quinn, eine Mutter aus Brisbane, Australien, auf Facebook. Mit ihrem Beitrag teilte sie einen Brief, den sie von einem Nachbarn bekommen hat und der für Kopfschütteln im Netz sorgt. Um Konflikte zu umgehen, möchte der Verfasser des Schreibens anonym bleiben. “Als Sie eingezogen sind, hörten wir ein beunruhigendes Stöhnen und Schreien, das Tag und Nacht aus Ihrem Garten kommt“, heißt es in dem Schreiben.

Weil der besorgte Nachbar Angst hatte, es würde sich um illegale Aktivitäten handeln, habe er die Polizei gerufen, die Quinns Familie sofort einen Besuch abstattete. “Sie informierten uns über Ihre Situation und erklärten uns, dass eine Person in Ihrer Familie psychisch krank und für die Geräusche verantwortlich sei“, heißt es in dem Brief weiter.

“Obwohl wir Mitleid mit Ihrer Situation haben, ist das Geräusch, das permanent, jeden Tag, manchmal bis spät in die Nacht, aus Ihrem Garten kommt, sehr störend. Es ist nicht fair, dass die Gemeinde diese Störung ertragen muss – vor allem, weil sie täglich stattfindet.“

Des Weiteren bittet der Nachbar darum, die Zeit, die im Garten verbracht wird, einzuschränken, damit die Umgebung nicht mehr täglich das beunruhigende Geräusch wahrnehmen muss, das manchmal vor 6 Uhr morgens zu hören ist. “Ich gebe Ihnen die Möglichkeit, uns dabei behilflich zu sein, in dieser Gemeinde ohne einen ständigen Kampf mit uns zusammenzuleben“, so die Notiz. Sollte sich die Situation nicht verbessern, sieht sich der Nachbar dazu gezwungen, den Gemeinderat zu informieren.

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In ihrem Facebook-Post richtet sich die empörte Mutter an den Verfasser der Nachricht und schreibt: “Lieber Nachbar, der mir diesen Brief hinterlassen hat. Während ich weiß, dass die komischen Geräusche, die psychisch kranke Menschen von sich geben, verstörend sein können, kann ich Ihnen garantieren, dass Sie keine Ahnung davon haben, wie es ist, damit, 24 Stunden am Tag für die letzten 17 Jahre zu leben.“

“Er ist kein Hund, sondern eine Person”

Dass drei Polizisten um 22:30 Uhr an ihrer Tür erschienen, als sie neu in der Gegend war, mag dem Nachbarn vielleicht einen Konflikt erspart haben, doch für sie sei die Situation beängstigend gewesen. “Mit dem Gemeinderat zu sprechen, wird nicht helfen. Er ist kein Hund, sondern eine Person. Wenn Sie ihn über die Feiertage bei sich aufnehmen könnten, damit ich mich etwas erholen kann, wäre das grandios. Anderenfalls würde ich Sie bitten, vorbeizukommen und mit mir zu sprechen. Es gibt jede Menge, die Sie nicht verstehen. Einen schönen Tag noch!“

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Die Anteilnahme der User auf Quinns Facebook-Post ist groß. “Wow. Ich kann nicht glauben, dass ein Idiot dachte, dass es angebracht wäre, so etwas zu verschicken“, schreibt ein Nutzer entsetzt. “Dieses Schreiben ist verabscheuungswürdig“, meint ein anderer User.

Im Gespräch mit ABC erklärte Magenta Quinn, dass ihr Sohn den Verstand eines Sechsjährigen habe. Bei den Geräuschen, die als “störend” empfunden werden, handle es sich um ein Summen und kurzes Aufschreien. Quinn erklärte: “Es ist ein beruhigender Mechanismus, ohne den er sehr frustriert und aggressiv sein würde. Deshalb bevorzuge ich das Summen.“