Frau eines inhaftierten chinesischen Menschenrechtsanwalts fordert Lebenszeichen

Seit fast drei Jahren ist Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang in China ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert, nun fordert seine verzweifelte Frau ein Lebenszeichen von ihrem Mann. "Vielleicht ist ihm etwas Schreckliches zugestoßen", sagte Li Wenzu

Seit fast drei Jahren ist Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang in China ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert, nun fordert seine verzweifelte Frau ein Lebenszeichen von ihrem Mann. "Vielleicht ist ihm etwas Schreckliches im Gefängnis zugestoßen und die Behörden wollen nicht, dass das jemand herausfindet", sagte Li Wenzu am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Sie war am Mittwoch zu einem 100 Kilometer langen Protestmarsch aufgebrochen, um auf das Schicksal ihres Mannes aufmerksam zu machen.

Der Rechtsanwalt Wang Quanzhang, der politische Aktivisten und Opfer von Landenteignungen vertrat, verschwand 2015 im Zuge einer Polizeiaktion gegen Kritiker der kommunistischen Regierung. Wang wurde wegen des Vorwurfs der "Subversion" angeklagt, Anwälte durften ihn nicht besuchen. "Ich weiß nicht, ob er noch lebt oder tot ist", sagte seine Frau zu AFP.

Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Unterstützern hatte sie sich am Mittwoch von Peking aus auf den Weg zum "Gefangenenzentrum Nr. 2" in der Stadt Tianjin im Nordosten Chinas gemacht. Dort soll Wang den letzten Angaben der Behörden zufolge in Haft sitzen. Am kommenden Freitag will die Gruppe Tianjin erreichen.

Li Wenzu möchte den Vorsitzenden Richter treffen, um zu erfahren, was ihrem Mann vorgeworfen wird. Seit fast drei Jahren bemüht sie sich vergeblich darum, von der Polizei Antworten zu bekommen. Sie stellte mehr als ein dutzend Anfragen, die allesamt unbeantwortet an sie zurückgeschickt wurden. Außerdem ging sie jede Woche zu der Beschwerdestelle des Obersten Volksgerichtshofs in Peking - ohne Erfolg.

Stattdessen wird sie selbst nun ständig von der Polizei überwacht. Unter Tränen berichtete Li, dass ihr fünfjähriger Sohn Angst vor den Sicherheitsbeamten habe, die in eine Wohnung unter ihrer eingezogen seien. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP im "Gefangenenzentrum Nr. 2" sagte ein Mann lediglich: "Sie sollten zu dem Fall keine Fragen stellen."