Frau von Ex-Fernsehstar Cosby kritisiert "Lynchjustiz" gegen ihren Mann

Bill und Camille Cosby

Die Ehefrau des wegen sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochenen früheren US-Fernsehstars Bill Cosby hat den Schuldspruch gegen ihren Mann als "Lynchjustiz" kritisiert. "Dies ist Lynchjustiz, keine echte Justiz", erklärte Camille Cosby in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Ihr Ehemann sei unschuldig, und der Schuldspruch müsse aufgehoben werden: "Diese Tragödie muss rückgängig gemacht werden - nicht nur um Bill Cosbys wegen, sondern für dieses Land."

Ein Gericht hatte den 80-Jährigen in der vergangenen Woche des sexuellen Missbrauchs schuldig befunden. Der einstige Comedy-Star wird von etwa 60 Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, jedoch sind die meisten Fälle verjährt. Vor Gericht musste er sich wegen eines Falls aus dem Jahr 2004 verantworten.

Die Verkündung des Strafmaßes gegen den gefallenen Fernsehstar wird in den kommenden zwei Monaten erwartet. Der 80-Jährige befindet sich bis dahin gegen eine Million Dollar (830.000 Euro) Kaution in Hausarrest. Cosbys Anwalt hat bereits Berufung angekündigt.

In ihrem dreiseitigen Schreiben warf Cosbys 74 Jahre alte Frau den Medien vor, ihren Mann systematisch verteufelt zu haben. Dadurch sei diesem jede Möglichkeit zu einem fairen Prozess genommen worden. Sie forderte zudem strafrechtliche Ermittlungen gegen den Staatsanwalt, der gegen Cosby ermittelt hatte, und unterstellte einen rassistischen Hintergrund: Es gebe "viele tragische Fälle, in denen unser Justizsystem vollkommen und routinemäßig darin versagt, Afroamerikaner gegen falsche Anschuldigungen zu beschützen".