Franzose gewinnt nach Rio-Drama Gold über 50 km

Yohann Diniz geht zu Gold

Der französische Geher Yohann Diniz hat ein Jahr nach seinem spektakulären Zusammenbruch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro den Weltmeister-Titel über 50 km geholt.

Am letzten Tag der Leichtathletik-WM in London setzte sich der 39-Jährige auf der Prachtstraße The Mall am Buckingham Palace in herausragenden 3:33:11 Stunden überlegen vor dem Japaner Hirooki Arai (3:41:17) durch. Bronze ging an dessen Landsmann Kai Kobayashi (3:41:19).

Bester Deutscher war Carl Dohmann auf einem guten zehnten Platz (3:45:21). Karl Junghannß wurde 13. (3:47:01).

Die Frauen-Premiere über 50 km bei einer WM gewann die Portugiesin Ines Henriques in der Weltrekordzeit von 4:05:56 Stunden.

Diniz peilt Tokio-Gold an

"In diesem Erfolg steckt eine Menge Arbeit. Ich will jetzt nicht über mein Karriereende nachdenken. Mir fehlt noch Olympia-Gold. Es in Tokio 2020 zu beenden, wäre schön", sagte Diniz.

Diniz' Vorsprung von 8:06 Minuten war der mit Abstand größte in der Geschichte der Geher-Wettbewerbe bei Weltmeisterschaften. Seine Siegerzeit ist die zweitbeste jemals erzielte, nur er selbst war bei seinem Weltrekord bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich schneller (3:32:33).

Nach drei EM-Titeln über die Langstrecke sowie WM-Silber 2007 in Osaka war es für den Routinier endlich der ersehnte ganz große Erfolg.

In der Hitzeschlacht von Rio hatte sich Diniz im Vorjahr nach einem schweren Zusammenbruch und mit Durchfall-Attacken kämpfend ins Ziel gequält und war Siebter geworden.

Talcott bei Frauen disqualifiziert

Der Franzose hatte nach 30 Kilometern klar geführt, litt da aber schon unter körperlichen Problemen. Später brach er in einer Kurve zusammen und blieb für bange Sekunden regungslos liegen, ehe er sich wieder aufrappelte.

Im Frauen-Wettbewerb von London, dessen kurzfristige Aufnahme ins Programm gerade zwölf Tage vor WM-Beginn nicht unumstritten war, siegte Henrique vor den Chinesinnen Yin Hang (4:08:58) und Yang Shuqing (4:20:49).

Nur sieben Geherinnen waren am Start. Die Amerikanerin Erin Talcott, die beim Weltverband IAAF am vehementesten auf die Einführung der Frauen-Langstrecke gedrängt hatte, wurde nach nicht einmal acht Kilometern disqualifiziert.