Franziska Hentke: Mit neuer Entspanntheit gegen den Weltranglisten-Fluch

SID
Franziska Hentke: Mit neuer Entspanntheit gegen den Weltranglisten-Fluch

Wieder einmal ist Franziska Hentke als Weltjahresbeste zu einem großen Wettbewerb gereist, doch bei der WM in Budapest scheint das für die Schwimmerin keine Belastung zu sein. "Ich gehe viel entspannter damit um, weil die Zeiten im Vorfeld nicht besonders schnell waren", sagte die Europameisterin: "Der erste Platz in der Weltrangliste ist mir relativ egal."
Mit einer generell größeren Entspanntheit will Hentke, die als extrem trainingsfleißig und ehrgeizig gilt, endlich auch im Wettstreit mit den weltbesten Schwimmerinnen über 200 m Schmetterling ab Mittwoch ein Ausrufezeichen setzen. Sie ist eine von nur drei realistischen Medaillenchancen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) bei den Titelkämpfen in der Duna Arena.
Diese Rolle ist nicht neu für Hentke, doch in der Vergangenheit hatten der 28-Jährigen oftmals die Nerven einen Streich gespielt. Deswegen arbeitet sie auch verstärkt im psychologischen Bereich, so habe sie zum Beispiel "viel von Rio aufgearbeitet". Bei Olympia war die mit kleinen Medaillenchancen gestartete Hentke im Halbfinale gescheitert.
Für ihre Psyche ungünstig ist jedoch, dass ihr Heimtrainer Bernd Berkhahn nicht im offiziellen WM-Trainerteam ist. In einer E-Mail bat Bundestrainer Henning Lambertz den Magdeburger Stützpunktcoach, der nach Budapest gereist ist, vom Beckenrand fernzubleiben. Und so treffen sich Athletin und Heimtrainer meist auf der Tribüne und beratschlagen sich, oder sie skypen oder schicken sich Nachrichten auf ihre Handys.
"Ich hätte ihn schon gerne dabei", sagte Henkte. Berkhahn wollte kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen, er meinte aber: "Das kann entscheidend sein."
Körperlich geht es der deutschen Meisterin gut, aber das verstärkte Krafttraining bringt genau wie bei Weltmeister Marco Koch noch immer Probleme beim Schwimmen mit sich. "Ich habe mehr Kraft, aber es ist noch schwierig, das ins Wasser zu bringen", sagte Hentke. Auch deshalb spricht sie als Ziel nicht von einer Medaille: "Ich will meine Saisonbestzeit bestätigen, dann bin ich wohl sicher im Finale. Dann bin ich eigentlich schon zufrieden."