Franz Beckenbauer nach frühem WM-Aus der DFB-Elf: "Löw muss bei Nominierung hart sein“

Franz Beckenbauer kritisiert die deutschen Nationalspieler wegen ihrer Leistungen in Russland und warnt Joachim Löw vor Dankbarkeit.

Franz Beckenbauer hat Bundestrainer Joachim Löw bei der Aufarbeitung des frühen deutschen WM-Scheiterns ein konsequentes Handeln bei der Spielerauswahl empfohlen. "Löw muss bei der Nominierung hart sein, Dankbarkeit bringt ihn nicht weiter“, sagte der 72-Jährige im Interview mit der Bild.

Den Entschluss Löws, als Bundestrainer weiterzumachen, wertet Beckenbauer als "eine vernünftige Entscheidung“. Allerdings müsse Löw im Hinblick auf die Qualifikation für die EM 2020 einiges verändern, da ihm in Russland "erfahrene Spieler den Einsatz verweigerten".

Beckenbauer kritisiert Einstellung der DFB-Spieler bei der WM 2018

Die Gründe für das historische Vorrunden-Scheitern der DFB-Elf führt Beckenbauer auf die mangelnde Bereitschaft der Spieler zurück: "Fußball ist in erster Linie ein Lauf-Spiel. Es bestand aber null Bereitschaft dazu. Die Mannschaft hat eher das Gegenteil dessen gemacht, was ihr Löw aufgetragen hat.“

Keine Rolle spielten in den Augen des Weltmeisters von 1990 dagegen die in die Kritik geratenen Marketing-Aktivitäten des DFB. Diese gebe es bereits "seit den 70er-Jahren. Das darf keine Ausrede sein". Vielmehr gelte es, "die Einstellung" der Spieler zu hinterfragen. "So kann man keine WM spielen", kritisierte der Kaiser.