Französischer Polizist wegen Misshandlung von Gefangenem suspendiert

Ein französischer Polizist, der beim Misshandeln eines Gefangenen von einer Überwachungskamera gefilmt wurde, ist vom Dienst suspendiert worden. Innenminister Gérard Collomb habe die Suspendierung des Beamten angeordnet, bis der Fall geklärt sei, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Der Minister verurteile das "inakzeptable Verhalten" des Polizisten, welches das Ansehen aller Sicherheitskräfte beschädige. Der beschuldigte Polizist wurde nach Angaben aus Justizkreisen in Gewahrsam genommen.

Die Website "là-bas.org" hatte eine sechsminütige Aufnahme einer Überwachungskamera aus einem Pariser Gerichtsgebäude veröffentlicht. Darauf ist ein Mann zu sehen, der sich offenbar weigert, in seine Zelle zurückzukehren. Der Polizist fixiert daraufhin den Mann am Boden und legt ihm Handschellen an. Dann gibt er dem gefesselten, am Boden liegenden Mann Fußtritte - unter den Augen zweier Kollegen, die offenbar zur Verstärkung hinzugekommen waren.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelte es sich bei dem Gefangenen nicht um einen Migranten, wie es die Website berichtet hatte. Vielmehr sei es ein Mann, dem Diebstahl vorgeworfen werde.

Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete zwei Ermittlungsverfahren ein: eines wegen Gewalt durch einen Staatsbediensteten und eines wegen der Verbreitung von Material einer Überwachungskamera. Die Ermittlungen wurden an die Polizei-Inspektion übertragen, die "Polizei der Polizei".