Französischer Linkspolitiker nach Tweet über getöteten Polizisten in Gewahrsam

Ein linksgerichteter französischer Politiker ist wegen eines provokanten Tweets zum Tod eines in Frankreich als Helden gefeierten Polizisten festgenommen worden. Stéphane Poussier, erfolgloser Kandidat der Linkspartei La France Insoumise (LFI, Das unbeugsame Frankreich) bei der Parlamentswahl 2016, wurde am Sonntag in Dives-sur-Mer in der Normandie in Gewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Er hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben: "Immer wenn ein Polizist erschossen wird (...) denke ich an meinen Freund Rémi Fraisse." Der junge Umweltaktivist war 2014 bei Protesten gegen ein Staudammprojekt im Süden Frankreichs von einer Tränengasgranate der Polizei getötet worden. Poussier fügte hinzu, diesmal sei es ein Polizeioberst gewesen. "Großartig!" Und zusätzlich bedeute das: "Ein Wähler für (Präsident Emmanuel) Macron weniger."

Ein islamistischer Attentäter hatte am Freitag bei einer Angriffsserie in Südfrankreich vier Menschen getötet. Er raubte zunächst in Carcassonne ein Auto nahm dann in einem Supermarkt in Trèbes mehrere Geiseln. Der Polizist Arnaud Beltrame, der sich gegen eine weibliche Geisel hatte austauschen lassen, erlag am Samstag seinen schweren Verletzungen. Der 44-jährige Beamte war von dem Täter, dem in Marokko geborenen Franzose Radouane Lakdim, niedergeschossen worden. Präsident Macron bezeichnete den Polizisten als "Helden".

Die Staatsanwaltschaft in der Normandie sagte der Nachrichtenagentur AFP, Poussier befinde sich wegen "Rechtfertigung von Terrorakten" in Gewahrsam. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 100.000 Euro. Die LFI-Partei und ihr Vorsitzender, der ehemalige Minister für Berufsbildung Jean-Luc Mélenchon, verurteilten Poussiers Äußerungen.