Französische Streitkräfte töten Anführer von IS-Ableger in der Sahara

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Frankreich ist beim Anti-Terror-Einsatz in der Sahelzone ein wichtiger Schlag gegen den Sahara-Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (ISGS) gelungen: Präsident Emmanuel Macron verkündete in der Nacht zum Donnerstag die "Neutralisierung" des Anführers der Gruppierung. Adnan Abu Walid al-Sahrawi sei nach einem Drohnenangriff der französischen "Barkhane"-Truppen Mitte August im Osten Malis seinen Verletzungen erlegen, sagte Verteidigungsministerin Florence Parly.

"Dies ist ein weiterer großer Erfolg in unserem Kampf gegen terroristische Gruppen in der Sahelzone", erklärte Macron auf Twitter. Dem ISGS werden die meisten Anschläge in der Grenzregion zwischen Mali, dem Niger und Burkina Faso zugeschrieben. Zuletzt hatten die Angriffe zugenommen.

Al-Sahrawi sei "eine historische Figur des Dschihad in der Sahelzone", sagte Verteidigungsministerin Parly. Als Gründer und Anführer sei er "absoluter Chef des ISGS" gewesen und habe sämtliche Entscheidungen getroffen. Parly wiederholte die Einschätzung, dass al-Sahrawi "persönlich" die Ermordung von sechs französischen Entwicklungshelfern im Jahr 2020 angeordnet habe. Die USA machen ihn zudem für einen tödlichen Angriff auf US-Truppen im Niger im Jahr 2017 verantwortlich.

Nach Angaben der Verteidigungsministerin waren die französischen Nachrichtendienste dem ISGS-Anführer seit längerem auf den Fersen. Schließlich sei es gelungen, "mehrere mögliche Aufenthaltsorte al-Sahrawis zu identifizieren". Mitte August seien dann Luftangriffe geflogen worden "und einer davon hat sein Ziel getroffen".

Die französischen Truppen haben seit Beginn ihrer Militärpräsenz in Mali im Jahr 2013 mehrere hochrangige Mitglieder des ISGS getötet. Macron hatte im Juli das Ende des französischen Kampfeinsatzes Barkhane für Anfang des kommenden Jahres angekündigt. Bisher hat Frankreich 5100 Soldaten in Mali und anderen Ländern stationiert, ihre Zahl soll nahezu halbiert werden.

Der "Barkhane"-Einsatz ist wegen ausbleibender Erfolge und mehr als 50 getöteter Franzosen umstritten. Die Soldaten unterstützen die Truppen der sogenannten G5-Sahelstaaten Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Tschad im Kampf gegen extremistische Gruppen.

Wegen der zunehmenden Gewalt in der Sahelzone pocht Frankreichs Präsident seit Jahren auf die Unterstützung anderer europäischer Länder. Macron setzt auf eine Stärkung der UN-Mission Minusma, an der auch die Bundeswehr mit bis zu 1100 Soldaten beteiligt ist. Die Minusma ist eine der kostspieligsten und gefährlichsten Friedensmissionen der Vereinten Nationen.

Die Bundeswehr ist darüber hinaus im Rahmen der EU-Ausbildungsmission EUTM mit bis zu 600 Soldaten und Soldatinnen in Mali vertreten. Seit dem vergangenen Jahr gibt es auf Druck Frankreichs in der Region auch eine europäische Einsatzgruppe namens Takuba.

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden in der Krisenregion getötet, hunderttausende Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen.

pe/gt

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