Französische Regierung will Schließung von Akw Fessenheim in Gang bringen

Das Atomkraftwerk Fessenheim

Die französische Regierung will die zugesagte Schließung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim am Oberrhein voranbringen. Umweltstaatssekretär Sébastien Lecornu kündigte am Donnerstag für den 18. Januar einen Besuch in dem elsässischen Kraftwerk im Grenzgebiet zu Freiburg im Breisgau an.

Lecornu sagte im Radiosender RTL, er werde ein Leitungsteam einsetzen, das Vertreter aus Wirtschaft und Politik umfasse. Damit werde das Verfahren zur Entscheidung über die Zukunft von Fessenheim in Gang gebracht. Französische Lokalpolitiker und Gewerkschaften fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen.

Die Regierung in Paris will das Akw am Oberrhein abschalten, sobald im nordfranzösischen Flamanville ein neuer Druckwasserreaktor in Betrieb ist. Der Bau hat sich wegen Pannen jedoch verzögert, nun peilt der Betreiber das Jahr 2019 an.

Die Bundesregierung fordert die Stilllegung des ältesten französischen Atomkraftwerks, das seit rund 40 Jahren in Betrieb ist. Dort gab es wiederholt Pannen und Zwischenfälle. Wegen Problemen mit einem Dampfgenerator ist Reaktor zwei seit Juni abgeschaltet. Atomkraftgegner sehen Fessenheim als besonders unsicher an.