Französische Regierung sieht "bitteren Sieg" für Merkel bei Bundestagswahl

Die französische Regierung sieht den Ausgang der Bundestagswahl wegen des Erfolgs der rechtspopulistischen AfD als "bitteren Sieg" für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Die französische Regierung sieht den Ausgang der Bundestagswahl wegen des Erfolgs der rechtspopulistischen AfD als "bitteren Sieg" für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Er ist bitter wegen des Aufstiegs einer sehr gewaltsamen, sehr harten, sehr radikalen extremen Rechten", sagte Regierungssprecher Christophe Castaner am Montag den Sendern RMC und BFMTV.

Umso wichtiger sei eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit in der Europapolitik, sagte der Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron. "Wenn man in jedem unserer Länder gegen Nationalismus und Populismus kämpfen will, bedarf es eines mächtigen, starken Europas, das beschützt und befreit. Das ist heute nicht der Fall, also müssen wir Europa neu erfinden." Deutschland und Frankreich müssten daher den "Motor" für Reformen in Europa bilden.

Einen "Fahrplan für eine tiefgreifende Umwandlung Europas" werde Staatschef Macron am Dienstag vorlegen, sagte der Regierungssprecher. Macron will am Dienstagnachmittag in Paris eine mit Spannung erwartete Grundsatzrede zu Europa halten.

Der Präsident macht sich für weitgehende Reformen in der EU stark. Unter anderem wirbt er für einen Wirtschafts- und Finanzminister sowie ein eigenes Budget für die Eurozone. In Berlin stoßen die Pläne auf Skepsis, auch wenn sich Merkel grundsätzlich gesprächsbereit zeigt.

Macron hatte Merkel in der Nacht auf Montag zu ihrem Wahlsieg gratuliert. Er betonte, beide Länder würden ihre Zusammenarbeit für Europa "mit Entschlossenheit" fortsetzen.