Französische Politiker und Gewerkschafter fordern Sondersteuer auf Amazon-Verkäufe

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Amazon-Logo auf Vertiebsgebäude
Amazon-Logo auf Vertiebsgebäude

In Frankreich fordert ein Bündnis aus linken Politikern, Gewerkschaftern und Aktivisten, Verkäufe des US-Internetunternehmens Amazon in der Corona-Krise mit einer Sondersteuer zu belegen.

Die Abgabe solle sich neben Amazon auch auf "andere Krisenprofiteure" erstrecken und die weitere "Expansion" der Online-Handelsriesen beenden, heißt es in einem am Montag vom Radiosender Franceinfo veröffentlichten Aufruf. Unter den 120 Unterzeichnern der von der Nichtregierungsorganisation Attac initiierten Veröffentlichung sind auch Buchhändler und Verlage.

Die Corona-Krise müsse dazu führen, "unser Konsumverhalten und unser Sozialleben tiefgreifend neu zu denken", heißt es in dem Aufruf. Amazon verursache soziale Verwerfungen und schade der Umwelt, kritisierten die Unterzeichner. Mit der anvisierten Sondersteuer auf die Umsätze des US-Unternehmens und anderer Gewinner der Krise könnten Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Stützung des stationären Einzelhandels finanziert werden.

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Scharfe Kritik üben die Unterzeichner auch an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Dieser rolle Amazon "den roten Teppich aus", indem er dem Einzelhandel den Verkauf nicht notwendiger Produkte in der Krise untersage - mit Ausnahme Amazons.

Im vergangenen Quartal hatte Amazon nach eigenen Angaben seinen Gewinn im Vorjahresvergleich auf 6,3 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) verdreifacht. Die Umsätze des Unternehmens legten im Vorjahresvergleich um 37 Prozent auf 96 Milliarden Dollar zu. Amazon bereitet sich nach eigenen Angaben bereits auf eine rekordverdächtige Weihnachtssaison vor, wenn mutmaßlich deutlich mehr Menschen als sonst Geschenke im Netz bestellen.

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